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29.04.2008 

Schröder, dreifacher Vater und Dauerläufer, ist ein Refinanzierungsexperte. Unter seiner Ägide segelte die NRW-Bank in relativ ruhigem Fahrwasser. 2007 und damit mitten in der Finanzkrise fuhr die Bank einen Jahresüberschuss von 126 Mill. Euro ein - ein Plus von 24 Prozent. „Wir können nur hoffen, dass Herr Schröder das Fördergeschäft der KfW mit dem gleichen Erfolg wie Frau Matthäus-Maier fortsetzen wird“, sagte die Vize-Fraktionschefin der Grünen, Christine Scheel.

Der neue Chef der KfW muss gleich an mehreren Baustellen wirken: Bereits in Kürze muss die KfW entscheiden, ob und wenn ja, zu welchem Preis, sie ihren Anteil an der IKB verkauft. Die Frist für die verbindlichen Angebote endet am 12. Mai. Derzeit hält die KfW gut 45 Prozent an der IKB; ihr Anteil könnte mit der beschlossenen IKB-Kapitalerhöhung aber im Sommer auf bis zu über 90 Prozent steigen. Als Chef der NRW-Bank hatte Schröder noch eine Beteiligung der Förderbanken an der IKB-Rettung strikt abgelehnt. „Wir wollen nicht in Konflikt mit der EU-Kommission geraten“, hatte er damals argumentiert.

Kapitalmarkterfahrung wird von Schröder gefragt sein, wenn es um das Management der milliardenschweren Zweckgesellschaft Rhineland Funding geht. Das im vergangenen Sommer von der IKB im Zuge der Rettungsaktion übernommene Investitionsvehikel will die KfW in diesem Jahr in zwei neue Gesellschaften überführen und diese konsolidieren. Die Wertpapiere, die die Zweckgesellschaft hält, sind bereits weitgehend abgeschrieben. Jetzt geht es darum, aus dem Portfolio noch möglichst viel zu Geld zu machen.

Nicht zuletzt dürfte Schröder diplomatisches Geschick abverlangt werden. Durch Verlustvorträge wird der Gewinn der KfW in den kommenden Jahren aufgezehrt, die milliardenschweren Reserven sind aufgebraucht. Jetzt gilt es für Schröder, Ängste zu entkräften, die Förderaktivitäten und die Unterstützung des Mittelstands könnten leiden. Schröder gilt als Mann der klaren Analyse. Außerdem bringt er Gespür für politische Machtverhältnisse mit. Schließlich verfolgte er den Machtkampf um die WestLB zwischen der Landesregierung und den Sparkassenverbänden aus nächster Nähe.

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