BHW-Übernahme: Postbank zeigt Homm die kalte Schulter

BHW-Übernahme
Postbank zeigt Homm die kalte Schulter

Die Postbank will ihr Abfindungsangebot an die freien Aktonäre der Bausparkasse BHW nicht anheben. Bankchef Wulf von Schimmelmann zeigt damit dem Hedge-Fonds-Manager Florian Homm die kalte Schulter, der öffentlich einen kräftigen Aufschlag verlangt hatte.

FRANKFURT. Von Schimmelmann sagte dem Handelsblatt, dass er dem öffentlichen Druck Homms auf ein erhöhtes Abfindungsangebot für die freien Aktionäre der Bausparkasse BHW nicht nachgeben wird. „Einen weiteren Aufschlag über den gesetzlich vorgegebenen Preis von 15,04 Euro hinaus werden wir nicht zahlen“, sagte Schimmelmann, der sich erstmals zu Homms Attacken äußerte.

Die Postbank hatte die Bausparkasse BHW kürzlich zu 91 Prozent übernommen. Laut Gesetz ist die Postbank nun zu einem Abfindungsangebot an die Kleinanleger verpflichtet. Homm, der nach eigenen Angaben mit drei Prozent am BHW beteiligt ist, drängt jetzt öffentlich auf ein Abfindungsangebot von mindestens 16,50 bis 17,50 Euro. Nach Meinung Schimmelmanns liegt dagegen schon der gesetzlich vorgeschriebene Mindestpreis „weit über dem nach unserer Einschätzung fairen Unternehmenswert“ des BHW.

Schimmelmann wies außerdem Vorwürfe Homms zurück, die Postbank habe den BHW-Kurs im vergangenen Jahr manipuliert. „Da ist natürlich nichts dran“, sagte der Postbank-Chef. Homm hatte kürzlich sogar mit Klage gedroht. Er wirft der Postbank vor, die Investoren mit veralteten Informationen hinters Licht geführt zu haben.

Die Bank hatte im März ein erstes BHW-Paket von 9,2 Prozent von der Münchener Rück gekauft. Danach hatte die Postbank Teile der BHW-Aktien an der Börse wieder verkauft und dies später nicht explizit ausgewiesen. Nach Homms Meinung könnte sie so den BHW-Kurs manipuliert haben. Schimmelmann betonte, die Bank habe die 9,2 Prozent zunächst wie jede andere Finanzbeteiligung betrachtet, weil die komplette BHW-Übernahme keineswegs sicher war. In Finanzkreisen hieß es, die Postbank habe im August letztmals BHW-Titel verkauft. Eine Einigung mit dem BHW-Eigentümern über den Kauf der Mehrheit an der Bausparkasse gelang jedoch erst am 25. Oktober.

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