Der spannende Bieterkampf um den größten britischen Verwalter von geschlossenen Lebensversicherungsportfolios geht in eine neue Runde. Nur eine Stunde, nachdem sich der Assekuranzkonzern Resolution mit dem schottischen Lebens- und Rentenversicherer Standard Life auf eine Übernahme geeinigt hatte, legte der Erzrivale von Resolution, Pearl, nach.
HB LONDON. Das Gebot von Pearl beträgt 4,94 Mrd. Pfund in bar. Resolution kauft ebenso wie Pearl Lebensversicherungsfonds auf, die kein Neugeschäft mehr annehmen. Beide konsolidieren dieses Marktsegment und erzielen durch die Verwaltung großer Einheiten Synergieeffekte. Resolution ist inzwischen die Nummer sechs unter den britischen Lebensversicherern.Resolution hatte Ende Juli eigentlich eine Fusion per Aktientausch mit dem kleineren Lebensversicherer Friends Provident vereinbart, doch Konkurrent Pearl versuchte den Zusammenschluss mit der Übernahme von 16,5 Prozent der Resolution-Aktien und einem Gegenangebot im Wert von 660 Pence je Aktie zu verhindern. Wenig später erhöhte Pearl-Vorstandschef Hugh Osmond das Angebot auf 691 Pence je Aktie, doch Resolution bekräftigte die Ablehnung.
Am vergangenen Donnerstag hatte schließlich Standard Life ein Gebot von 717 Pence, davon 517 Pence in bar und den Rest in eigenen Aktien für Resolution auf den Tisch gelegt. Die Schotten haben für ihr Gebot den Schweizer Rückversicherer Swiss Re mit ins Boot geholt, der einen Teil des Resolution-Portfolis für 2,4 Mrd. Pfund übernehmen will.
Am Freitag hatte das Management von Resolution das Standard-Life-Angebot akzeptiert. Kurz darauf konterte Pearl erneut mit seinem Bargebot von 720 Pence je Aktie. „Wir haben es mit einem echten Bieterkampf zu tun“, meint Analyst Marcus Barnard von Pali International. „Standard Life könnte noch einmal nachziehen, aber Pearl wirkt entschlossen.“

