Bilanz 2006: Commerzbank überzeugt nicht jeden

Bilanz 2006
Commerzbank überzeugt nicht jeden

Obgleich die Commerzbank im vergangenen Jahr einen Rekordgewinn erwirtschaftet hat, zeigen sich einige Analysten unzufrieden. Sie hatten darauf getippt, dass Deutschlands zweitgrößtes Kreditinstitut noch besser abschneidet. Die Aktionäre hingegen dürfte die in Aussicht gestellte Dividende besänftigen.

HB FRANKFURT. Der Konzernüberschuss sei um 35 Prozent auf 1,597 Mrd. Euro gestiegen, teilte die Commerzbank am Mittwoch mit. Einen solch starken Zuwachs gab es noch nie. Analysten hatten im Schnitt allerdings mit 1,621 Mrd. Euro gerechnet. Den Aktionären will die Bank für das vergangene Jahr eine Dividende von 75 Cent je Aktie bezahlen nach 50 Cent in 2005. Vorstandssprecher Klaus-Peter Müller zeigte sich zufrieden: „Die Commerzbank mischt wieder mit.“

Starkes Wachstum verzeichnete das Institut im Handel. Das Ergebnis verbesserte sich in diesem Bereich um 72 Prozent auf 1,177 Mrd. Euro. Der Zinsüberschuss – der größte Ertragsbringer – lag bei 3,916 nach 3,167 Mrd. Euro. Der Provisionsüberschuss stieg nicht zuletzt durch den regen privaten Wertpapierhandel von 2,415 auf 2,861 Mill. Euro. Das auf 770 Mill. Euro gesteigerte Ergebnis aus dem Beteiligungs- und Wertpapierbestand setzte sich vor allem aus dem Verkauf der Anteile an der Korea Exchange Bank sowie am italienischen Sportwagenhersteller Ferrari zusammen.

Parallel zum Ergebnis nahm allerdings die Risikovorsorge im Kreditgeschäft deutlich von 521 auf 878 Mill. Euro zu. Darin enthalten ist aber eine Sonderwertberichtigung von fast 300 Mill. Euro, die die Commerzbank nach der Übernahme des Immobilienfinanzierers Eurohypo zur Seite legen musste. Ohne diese Belastung wäre die Risikovorsorge um mehr als ein Fünftel zurückgegangen, teilte das Institut mit. Die Verwaltungsaufwendungen kletterten von 4,662 auf 5,204 Mrd. Euro

Auslandgeschäft vorantreiben

Für das laufende Jahr hat sich die Commerzbank leicht höhere Ziele gesetzt. Die Eigenkapitalrendite nach Steuern solle 2007 auf mehr als 12 Prozent steigen; bisher hatte die Bank mit 11 Prozent gerechnet. Der Überschuss soll mindestens 1,5 Mrd. Euro betragen. Und auch die Risikovorsorge soll wieder fallen auf maximal 637 Mill. Euro. Das neue Jahr sei gut angelaufen, hieß es.

Neben dem Ausbau der Aktivitäten im Inland will die Commerzbank im Ausland verstärkt investieren. Geografisch gehörten hierzu die Regionen Asien, aber auch der Nahe und Mittlere Osten, wo in Dubai in Kürze ein Antrag zur Eröffnung einer Niederlassung gestellt werde. Schwerpunkt für die Commerzbank im Ausland bleibe aber Mittel- und Osteuropa, heißt es in der Mitteilung. In Polen habe die Tochter BRE Bank ein „exzellentes“ Jahr absolviert und expandiere kräftig. In Ungarn, Tschechien und der Slowakei sollen die Filialnetze ebenfalls ausgebaut und weitere mittelständische Unternehmen gewonnen werden.

Die Börsianer bewerten die Zahlen der Commerzbank als durchwachsen. Während einige Kennziffern wie das Handelsergebnis über den Erwartungen ausgefallen seien, hätten einige Daten wie das Nachsteuerergebnis die Prognosen nicht erfüllt. Positiv seien der Ausblick sowie die Dividendenankündigungen der Tochter Eurohypo zu werten. Diese plant neben der Zahlung einer Dividende von 0,70 Euroeine Sonderausschüttung von 0,40 Euro. Angesichts der zuletzt guten Entwicklung der Commerzbank-Aktie seien am Berichtstag Gewinnmitnahmen nicht auszuschließen.

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