Bilanzsanierung: Intesa mit Milliardenverlust

Bilanzsanierung
Intesa mit Milliardenverlust

Eine Bilanzsanierung vor dem EZB-Stresstest brockt der italienischen Großbank Intesa Sanpaolo einen Milliardenverlust ein. Vor allem Abschreibungen auf faule Kredite schlagen groß zu Buche.
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MailandDie italienische Großbank Intesa Sanpaolo räumt vor dem EZB-Stresstest groß auf und nimmt dafür überraschend einen Milliardenverlust in Kauf. Vor allem wegen Abschreibungen auf faule Kredite wies der Branchenzweite am Freitag für das vergangene Jahr ein Minus von 4,6 Milliarden Euro aus. Analysten hatten dagegen mit einem Gewinn von fast 1,1 Milliarden gerechnet. Zudem kündigte das Institut an, toxische Papiere in eine Bad Bank auszulagern. Das Volumen dieser Problem-Kredite von 46 Milliarden Euro solle in den nächsten drei Jahren halbiert werden. Mit einer Schrumpfkur will Intesa nun wieder profitabler werden. Dazu werden unter anderem 800 Filialen geschlossen und Randbereiche verkauft. So soll 2017 dann ein Gewinn von 4,5 Milliarden Euro herausspringen. Die Anleger honorierten den Kurs: Die Aktie legte rund vier Prozent zu.

Auch Italiens Marktführer UniCredit hatte seine Bilanz vor dem europaweiten Gesundheitscheck der Branche durch die Europäische Zentralbank (EZB) auf Vordermann gebracht und dadurch einen Verlust von 14 Milliarden Euro verbucht.

Intesa bildete 2013 Rückstellungen für faule Kredite von mehr als sieben Milliarden Euro. Noch einmal fast dieselbe Summe schrieb das Institut auf sein Italien-Geschäft ab. Die italienischen Banken ächzen unter einem Berg fauler Kredite. Denn wegen der Rezession in der drittgrößten Volkswirtschaft in der Euro-Zone können viele Verbraucher ihre Darlehen nur schwer zurückzahlen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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