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10.03.2008 
Kritik an US-Finanzinvestor

Blackstone rutscht in die roten Zahlen

von Matthias Eberle

Der führende US-Finanzinvestor Blackstone bekommt die Krise an den Kreditmärkten mit voller Wucht zu spüren und ist im Schlussquartal 2007 in die roten Zahlen gerutscht. Analysten kritisieren das vorgelegte Zahlenwerk als intransparent. Blackstone hält dagegen, der Markt verstehe das Geschäftsmodell nicht.

NEW YORK. Die Beteiligungsgesellschaft wies einen Nettoverlust von 170 Mill. Dollar aus, wie Blackstone heute in New York mitteilte. Ein Jahr zuvor hatte der als "Buyout-König" gefeierte Firmenchef Stephen Schwarzman noch einen Gewinn von 1,18 Mrd. Dollar vorgelegt. Blackstone begründete den Einbruch mit dem schlechten Marktumfeld für fremdfinanzierte Firmenkäufe sowie mit hohen Abschreibungen auf den US-Anleiheversicherer FGIC.

Blackstone hält derzeit Anteile an mehr als 40 Unternehmen, betreibt zahlreiche Fonds und bietet darüber hinaus Beratung bei Firmenübernahmen und Restrukturierungen an. Insbesondere das Geschäft mit Übernahmen ist im Zuge der Kreditkrise fast zum Stillstand gekommen. Seit dem Kauf des renommierten US-Hotelkonzerns Hilton hat Blackstone in den vergangenen neun Monaten nur noch kleinere Deals unterhalb der Marke von zwei Mrd. Dollar getätigt. Eine Übernahme des Finanzdaten- und Marketingspezialisten Alliance Data Systems im Wert von 6,8 Mrd. Dollar hat die Beteiligungsfirma kürzlich abgeblasen.

Schwarzmans Ausblick fiel entsprechend trüb aus. Eine Besserung der Marktbedingungen in den USA und Europa sei 2008 nicht zu erwarten, sagte der Blackstone -Chef. Es gebe derzeit "wenig Sicht" um einschätzen zu können, wann die Krise ende.

Mangelnde Sicht kritisieren auch Analysten mit Blick auf die Blackstone -Ergebnisse: Das vorgelegte Zahlenwerk sei "ein Mysterium", klagte Brian Hamilton, Chef des amerikanischen Finanzanalyse-Anbieters Sagework. Die Blackstone -Chefetage wiederum moniert, dass die Wall Street das Geschäftsmodell von Schwarzman & Co. nicht durchschaut: "Wir sind eine sehr komplizierte Firma, die der Markt nicht versteht", sagte Blackstone -Präsident Hamilton James kürzlich auf der Private-Equity-Konferenz "Super Return" in München.

Das Ergebnis der vielen Missverständnisse ist unter anderem am Aktienkurs abzulesen: Blackstone hat bei einem der größten US-Börsengänge aller Zeiten im Juni 2007 mehr als vier Mrd. Dollar eingesammelt: Seitdem verlor die Blackstone -Aktie gut 55 Prozent an Wert und kommt aktuell ihrem Tiefstand von 13,82 Dollar bedrohlich nahe.

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