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19.11.2007 
Aktie gewinnt weiter

Börse legt sich auf Postbank-Verkauf fest

von Hans G. Nagl, Rolf Benders und Ingo Narat

Post-Chef Klaus Zumwinkel kann gebetsmühlenartig wiederholen, die Postbank stehe nicht zum Verkauf – weder an der Börse noch innerhalb der Kreditbranche glaubt man ihm. Bester Beleg: Vergangene Woche war die Aktie der Post-Tochter der größte Dax-Gewinner, am Montag legte das Papier weiter zu. Zumwinkel selbst hat die Spekulationen um einen Verkauf angeheizt.

Die Spekulationen um einen Verkauf der Postbank reißen nicht ab. Foto: dpaLupe

Die Spekulationen um einen Verkauf der Postbank reißen nicht ab. Foto: dpa

FRANKFURT. Nahrung erhielten die Verkaufsspekulationen durch die Ankündigung der Post, ihren Anteil von 50 Prozent plus einer Aktie am Institut in eine konzerneigene Beteiligungsgesellschaft einzubringen. Viele Beobachter sehen darin den ersten Schritt für eine baldige Abspaltung der Postbank.

"2008 werden die Karten neu gemischt“, heißt es in Finanzkreisen. Treiber könnte ein Rückzug Zumwinkels sein. Der 63-Jährige, seit 1990 im Amt, ließ die Öffentlichkeit kürzlich wissen, er wolle im kommenden Sommer über seine Zukunft nachdenken. Ein Bekenntnis klingt anders. Ähnlich vage hatte zu Jahresbeginn Ex-Postbank -Chef Wulf von Schimmelmann seinen Abschied vorbereitet.

Sein Nachfolger Wolfgang Klein rechnet offenbar selbst mittlerweile früher oder später mit dem Verkauf. "Alle erwarten, dass es nach einem Abschied von Zumwinkel sehr schnell gehen kann“, sagt ein Insider. Zumwinkel selbst hatte vor wenigen Tagen Öl ins Feuer gegossen und über die Zukunft der Postbank orakelt. Zwar versuchte die Konzern-Pressestelle umgehend, die Äußerung herunterzuspielen, doch bereits am Sonntag legte der Post-Chef nach: Es gebe eine "Schlange von Interessenten, darunter auch ausländische Banken“, die ein Auge auf das Institut geworfen hätten, sagte er der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung“. Die größte deutsche Privatkundenbank stehe derzeit zwar nicht zum Verkauf. Aber über ihre Zukunft "kann man im nächsten Jahr intensiver nachdenken.“

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