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12.11.2007 
Gewinnplus dank Anteilsverkauf

Börse von Aareal enttäuscht

Die Aareal Bank hat durch den Verkauf ihrer Anteile am Online-Suchdienst Immobilienscout24 einen Gewinnsprung im dritten Quartal erzielt. Die weltweite Krise an den Finanzmärkten ist aber auch an dem Immobilienfinanzierer nicht spurlos vorbeigegangen.

HB FRANKFURT. Bereinigt um sämtliche Sondereffekte ging der Vorsteuergewinn im dritten Quartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um gut 15 Prozent auf 32 Mill. Euro zurück, wie ein Aareal-Sprecher am Montag erläuterte. Obwohl die Wiesbadener nach eigenen Angaben nicht im US-Markt für schwach besicherte Hypothekenkredite engagiert sind, mussten sie im vergangenen Quartal wegen der schlechten Marktbedingungen rund 15 Mill. Euro wertberichtigen.

Positiv zu Buche schlug dagegen insbesondere der Verkauf der Beteiligung an Immobilienscout an die Deutsche Telekom im Sommer, der einen Sonderertrag von 153 Mill. Euro brachte. Dies trug insbesondere dazu bei, dass der Gewinn vor Steuern im dritten Quartal auf 221 (Vorjahreszeitraum: 43) Mill. Euro hochschnellte.

Branchenexperten bemängelten allerdings die Qualität der Ergebnisse. Die Aareal-Aktie sackte zeitweise um mehr als vier Prozent auf 28,13 Euro ab - das war der tiefste Stand seit Anfang des Jahres. "Die Markterwartungen waren definitiv höher“, sagte Analyst Thomas Stögner von Oppenheim Research. Nach Auffassung der Experten von Kepler Equities blieben vor allem Provisions- und Zinsüberschuss hinter den Erwartungen zurück.

Während das Zinsergebnis im dritten Quartal um drei Prozent auf 100 Mill. Euro zulegte, ging der Provisionsüberschuss um knapp neun Prozent auf 32 Mill. Euro zurück. Auf der anderen Seite schlugen gut vier Prozent höhere Kosten von 93 Mill. Euro zu Buche. Die Risikovorsorge für faule Kredite sank um drei Mill. auf 19 Mill. Euro.

Die Abschreibungen musste die Bank auf ein 650 Mill. Euro schweres Portfolio an forderungsbesicherten Wertpapieren vornehmen. Im US-Markt für zweitklassige Hypothekendarlehen, von dem die Turbulenzen an den Kreditmärkten ausgingen, sei das Institut weder direkt noch indirekt engagiert, betonte Bankchef Wolf Schumacher. Ob im vierten Quartal nochmals Abschreibungen nötig seien, sei noch nicht absehbar. Die Bedingungen an den Märkten hätten sich aber nicht stark geändert seit Sommer.

Schumacher bekräftigte die Prognosen für das laufende Jahr, wonach die Eigenkapitalrendite nach Steuern auf deutlich über 20 Prozent und das Neugeschäftsvolumen auf über zehn Mrd. Euro steigen soll. Nach neun Monaten kam die Aareal Bank auf eine Rendite von 31,4 Prozent und ein Neugeschäftsvolumen von 8,75 Mrd. Euro. Der Konzernüberschuss kletterte in den ersten neun Monaten auf 286 (87) Mill. Euro.

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