Börsenbetreiber: Deutsche Börse spricht mit London über Fusion

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Deutsche Börse spricht mit London über Fusion

Die Deutsche Börse und die London Stock Exchange verhandeln über eine Fusion. An dem gemeinsamen Unternehmen soll die Deutsche Börse mit 54,4 Prozent den größeren Anteil halten. Beide Aktienkurse schossen in die Höhe.

FrankfurtDie Deutsche Börse und die London Stock Exchange (LSE) verhandeln über eine Fusion. Das bestätigten sowohl die LSE als auch die Deutsche Börse, nachdem die Nachrichtenagentur Reuters darüber berichtet hatte. Die Deutsche Börse soll bei dem Zusammenschluss einen Anteil von 54,4 Prozent an dem gemeinsamen Unternehmen halten. Ziel sei es, sich gegenseitig zu stärken und eine führende europäische Börsengruppe zu werden. Es sei ein Zusammenschluss unter Gleichen. Der Kurs der Deutschen Börse stieg zeitweise um mehr als 8 Prozent, die Papiere der LSE gingen sogar um rund 20 Prozent nach oben.

Die Deutsche Börse, die am Markt mehr wert ist als die LSE, würde bei dem fusionierten Unternehmen den Ton angeben, sagte auch eine mit dem Vorgang vertraute Person der Nachrichtenagentur Reuters. „Der Deal ist sehr heiß.“ Der seit Sommer 2015 amtierende Deutsche-Börse-Chef Carsten Kengeter hat bereits im vergangenen Jahr mehrere mittelgroße Übernahmen gestemmt. Durch eine Fusion mit der LSE würde der mit Abstand größte europäische Börsenbetreiber entstehen.

Immer wieder versucht die Deutsche Börse mit Konkurrenten aus anderen Ländern zu fusionieren. Mit der LSE gab es bereits 2000 und 2004 Verhandlungen. 2011 versuchte das Unternehmen mit der NYSE Euronext zu verschmelzen. Die EU-Kommission verhinderte dies jedoch, weil sie der Ansicht war, dass der Zusammenschluss in erheblichem Maße den Wettbewerb behindern würde.

Der nun verhandelte Zusammenschluss würde unter einer neuen Holdinggesellschaft im Wege eines Aktientauschs strukturiert, heißt es in der Ad-hoc-Meldung der Deutschen Börse. Die Aktionäre der Deutsche Börse erhielten demnach für jede Deutsche Börse Aktie eine neue Aktie und die Aktionäre der LSE für jede LSE Aktie 0,4421 neue Aktien. Das gemeinsame Unternehmen hätte einen einheitlichen Verwaltungsrat, der zu gleichen Teilen aus Mitgliedern der Deutsche Börse und der LSE zusammengesetzt wäre.

Der Vorstand der Deutsche Börse und der Verwaltungsrat (Group Board) der LSE seien zudem der Auffassung, dass der potentielle Zusammenschluss eine überzeugende Möglichkeit für beide Unternehmen darstelle, sich gegenseitig in einer branchenprägenden Transaktion zu stärken und einen führenden europäischen Anbieter für globale Marktinfrastruktur zu schaffen.

Der neue Vorstandschef Carsten Kengeter hatte erst vergangene Woche verkündet, dass er das Tempo beim Umbau der Deutschen Börse hochhalten will. Ziel müsse es sein, in allen wesentlichen Geschäftsbereichen weltweit Nummer eins oder zwei zu werden, sagte der 48-Jährige vergangenen Donnerstag bei seiner ersten Bilanzpressekonferenz als Chef von Deutschlands größtem Börsenbetreiber. Zukäufe alleine würden dabei aber nicht ausreichen. Auch der Konzern selbst müsse schneller und innovativer werden. „Wenn sich ein Unternehmen in einem dynamischen Markt bewegt, muss es auch versuchen, selbst dynamisch zu sein“, betonte der langjährige Investmentbanker.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • Die Fusion beider Börsen mag richtig sein. Allein die Begründung von Kengeter lässt aufhorchen: "Dynamisch sein in einem dynamischem Markt" und weltweit die Nr. 1 werden. Diese Adjektive und Ziehlsetzungen lassen nichts Gutes ahnen. Parallelen gab und gibt es an der Börse genug: z.B. Bernotat, der eon dem weltweit führenden Energiekonzern machen wollte und die Parole aus gab: Wir müssen die Nr. 1 werden. Wer will kann sich jetzt den Börsenkurs von eon anschauen....

  • Kengeter´s Ziel ist Wachstum durch Übernahmen und Zukäufe. Das hatte er nicht zuletzt erst beim Neujahrsempfang in Eschborn Ende Januar im Beisein von Super-Mario noch einmal betont.

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