Bonitätseinschätzung nicht in Gefahr: Orkan Kyrill kostet Assekuranz bis zu acht Milliarden Euro

Bonitätseinschätzung nicht in Gefahr
Orkan Kyrill kostet Assekuranz bis zu acht Milliarden Euro

Die letzten Schadensmeldungen sind zwar noch nicht erfasst, doch Experten gehen bereits jetzt davon aus, dass der Orkan Kyrill keine Versicherungsgesellschaft in finanzielle Bedrängnis bringen wird.

DÜSSELDORF. Analysten und Versicherer schätzen, dass der Sturmschaden die Branche zwischen fünf und acht Milliarden Euro kosten wird. Bisher führt der Sturm Lothar aus dem Jahre 1999 die Liste der Winterstürme in Europa mit Schäden von 7,2 Mrd. Euro an.

Kyrill hat die einzelnen Versicherungsgesellschaften zwar unterschiedlich stark getroffen. Nach Ansicht der Rating-Agentur Moody’s wird dadurch jedoch keine Gesellschaft so stark belastet, dass sie mit einer Verschlechterung ihrer Ratings rechnen müsste. „Der Sturm wird allenfalls Spuren in einzelnen Geschäftsergebnissen hinterlassen – die grundlegende Bonitätseinschätzung zerstört er indes nicht“, so der Rating-Bericht. Kyrill wütete am 18. Januar in weiten Teilen Europas – am stärksten in Deutschland. Die Allianz schätzt, dass sie für Sturmschäden in Höhe von 350 Mill. Euro aufkommen muss. Der Sturm mit Windstärken von deutlich über 100 Stundenkilometern rodete ganze Wälder und deckte unzählige Dächer ab. Wegen der ungewöhnlich vielen Kleinschäden dauert es für die Versicherer besonders lange, sich ein konkretes Bild vom Schadenausmaß zu machen. Die aktuellen Schadensschätzung werden eventuell noch korrigiert. Das Gros der Schäden dürfte aber – wie bei Naturereignissen üblich – in den Bilanzen der großen internationalen Rückversicherer hängen bleiben. Sie sichern die übrigen Versicherer gegen Extremschäden und Schadenshäufungen ab. Weltmarktführer Swiss Re prognostiziert eine Eigenbelastung von 140 Mill. Euro. Die zweitgrößte Rückversicherung der Welt, die Münchener Rück erwartet 600 Mill. Euro Schäden – allerdings einschließlich ihrer Erstversicherungsgruppe Ergo.

Die bisher veröffentlichten Zahlen bestätigen die Klimaexperten der Münchener Rück in ihrer Prognose, dass „Winterstürme in Europa durch den Klimawandel an Intensität gewinnen“, wie Peter Höppe erklärt. Die Sturmschäden hätten insofern im Erwartungsbereich ihrer Risikomodelle gelegen, bestätigt Vorstand Torsten Jeworrek.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%