15 Prozent Kursverlust an einem Tag: Die Märkte zweifeln am Gelingen der Kapitalerhöhung bei der britischen Hypothekenbank. Vor allem die Privatnalger könnten sich dem Rettungsschritt verweigern. Schon werden in der Londoner City Erinnerungen an das Schicksal von Northern Rock
wach.
LONDON. Die Zukunft der britischen Hypothekenbank Bradford & Bingley
(B&B) ist gestern noch ein Stück unsicherer geworden. Die Aktien des angeschlagenen Instituts gerieten erneut unter massiven Druck und verloren 15 Prozent an Wert. Mit 42,75 Pence notierten die Papiere deutlich unter dem Ausgabekurs der geplanten Kapitalerhöhung von 55 Pence. Die geplante Bezugsrechtsemission ist bereits der dritte Rettungsplan für B&B, nachdem zuvor eine Gewinnwarnung eine erste Kapitalerhöhung verhinderte und danach die Beteiligungsgesellschaft TPG als Investor absprang.
In der Londoner City wird die Lage der Hypothekenbank bereits mit der Situation bei Northern Rock
verglichen, dem Baufinanzierer, der im vergangenen September in akute Finanznot geriet und inzwischen verstaatlicht ist. "Der neue Kurssturz schürt die Angst, dass vor allem Privatanleger bei der Kapitalerhöhung nicht mitmachen", meint ein Londoner Banker. Die Emission wird von den Banken UBS
und Citigroup
garantiert, die die neuen Aktien bei fehlender Nachfrage zum garantierten Ausgabekurs ins eigene Depot nehmen müssten. Auf Druck der britischen Finanzaufsicht hat sich eine Reihe von Großinvestoren und Großbanken bereit erklärt, im Notfall einen Teil der Kapitalerhöhung abzusichern, darunter Legal & General, Standard Life
, Abbey und Barclays
.
Die Analysten von Fox, Pitt Kelton haben ihr Kursziel für die B&B-Aktie gestern auf 43 Pence gesenkt. Dahinter stehe die Annahme, dass die Kapitalerhöhung trotz aller Unsicherheiten zum geplanten Ausgabekurs stattfinden könne, und dass die Britische Notenbank und die Finanzaufsicht einen Kollaps der Hypothekenbank verhindern werde. mm

