Branche unter Druck: Banker-Boni werden zur Zitterprämie

Branche unter Druck
Banker-Boni werden zur Zitterprämie

Clever? England senkt den Steuersatz am 6. April, prompt erwägt Goldman Sachs, Bonuszahlungen auf den 7. April zu verschieben. Das würde Steuern sparen - und ist vielleicht zu clever: Die Kritik an Rekord-Prämien wächst.
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DüsseldorfDer Schritt birgt Zündstoff: Die Investment-Bank Goldman Sachs und einige andere Geldhäuser spielen offenbar mit dem Gedanken, die Boni in Großbritannien später an ihre Banker auszuzahlen. Grund dafür ist einem Bericht der „Financial Times“ zufolge die Senkung des Spitzensteuersatzes im Königreich am 6. April von 50 auf 45 Prozent.

Setzen die Institute ihre Pläne um, könnten die Bankangestellten deutlich Steuern sparen. Bei der Anhebung des Spitzensteuersatzes 2010 entgingen dem britischen Staat rund 16 Milliarden Pfund (rund 19 Milliarden Euro) an Steuern – weil zahlreiche Häuser die Prämienzahlungen vorgezogen hatten. Üblicherweise zahlen Banken die Prämien zwischen Januar und März aus.

Im Zuge der Finanz- und Staatsschuldenkrise waren die zum Teil hohen Prämienzahlungen im Investment-Banking in die Kritik geraten. Immer wieder kommt der Vorwurf auf, dass hohe Bonuszahlungen zu riskanten und auf kurzfristigen Profit gerichtete Wetten animieren. Während Unternehmen wegen der Krise Mitarbeiter entlassen und Staaten Sozialleistungen streichen, gehe bei den Banken die Gier nach Prämien ungehemmt weiter, so der Vorwurf.

Der Steuersparplan von Goldman Sachs in Großbritannien ähnelt dem Vorgehen des Geldhauses in den USA vergangenen Monat. Dort hatte das Wall-Street-Institut Ausschüttungen an das Top-Management vorgezogen. Die US-Abgeordneten stimmten am 31. Dezember für eine Steuererhöhung bei Einkommen über 400.000 Dollar. Die Goldman-Sachs-Führer hatten ihre Prämie aber Stunden vorher auf dem Konto.

Dem Bericht der „Financial Times“ zufolge erwogen sogar noch mehr Institute, ihre Bonusausschüttungen zu verschieben. Doch viele Institute rücken von dem Vorhaben ab. Sie bangen um ihren Ruf und vermeiden sämtliche Schritte, die den Eindruck von Steuerflucht erwecken könnten. „Die Sorge über einen schlechten Ruf wegen der Vermeidung von Steuern wächst“, sagte Bill Cohen von der Unternehmensberatung Deloitte dem Blatt.

Den meisten Angestellten der Finanzbranche geht es auch gar nicht so gut, wie die skandalträchtigen Fälle vermuten lassen. Statt ausgelassener Feierlaune kehrt angesichts von Skandalen wie der Manipulation des Leitzinses Libor zunehmend Ernüchterung ein. Die erfasst zunehmend auch die einst üppigen Prämien-Pfründe, auch Stellenstreichungen im großen Stil drohen.

So geht es dem bestbezahlten amerikanischen Bankmanager, JP-Morgan-Chef Jamie Dimon, offenbar an die Prämie. Der Verwaltungsrat des Instituts plant laut „Wall Street Journal“, den Bonus von Dimon zusammenzustreichen. Grund ist der Verlust von rund sechs Milliarden Dollar, den die Bank durch die Fehlspekulationen eines als „Londoner Wal“ bekannt gewordenen Händlers erlitt.

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  • das Fußballgeschäft ist mit normaler Logik auch nicht zu erklären;

  • Wenn ein Spieler eines Abstiegskandidats über 8 Mio. Festgehalt bekommt, sind die Gehälter für Menschen die große Bankhäuser führen doch eher ein Witz...

  • Genau das ist es, was die Volksseele kochen läßt. Wenn man schon im 7stelligen Bereich verdient (oder höher), dann sollte man eben einfach die Steuern bezahlen, die anfallen. Punktum.
    Die Haltung von Goldmann Sachs ist schädlich.

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