Brexit-Verhandlungen: London, die Stadt der Verlierer?

Brexit-Verhandlungen
London, die Stadt der Verlierer?

Der britische Notenbankpräsident hat die Stimme erhoben: Europa dürfe die Insel in den Brexit-Verhandlungen nicht schwächen. Denn das Land sei der „Investmentbanker Europas“ – und seine Stärke daher im Interesse der EU.
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LondonDie Angriffe der Brexit-Befürworter auf den britischen Notenbank-Präsidenten sind dieses Mal ausgeblieben. Dabei gehören die kritischen Stimmen seit Monaten stets dazu, sobald sich Mark Carney über die Europäische Union und den Austritt der Briten auslässt. Denn er hat bereits vor dem Referendum im Juni heftig vor einem Austritt Großbritanniens aus der EU gewarnt. Doch dieses Mal war es anders.

Der Chef der Bank of England hat bei einem Auftritt Mitte der Woche etwas gesagt, dass selbst den Kritikern gefallen dürfte: „Großbritannien ist im Grunde der Investmentbanker Europas“, wenn man sich die dominante Rolle Londons im Aktien- und Anleihegeschäft anschaue, betonte Carney. „Es ist im größten Interesse der Europäischen Union“, dass es im Zuge des Brexit einen reibungslosen Übergang gebe und der Zugang der europäischen Wirtschaft zu diesen Dienstleistungen gewahrt bleibe.

Der Notenbankchef hat damit ungewöhnlich deutlich gewarnt, dass die Staatengemeinschaft sich am Ende ins eigene Fleisch schneidet, wenn der Finanzplatz London durch einen Brexit massiv leiden sollte. Carney hat ähnlich klare Worte benutzt wie Mario Draghi, Chef der Europäischen Zentralbank (EZB) nur wenige Tage zuvor – zu genau demselben Thema, allerdings mit entgegen gesetztem Tenor: Es sei vor allem Großbritannien, das von den Auswirkungen des Brexit am härtesten getroffen würde. Es würden sich Fragen stellen, wo künftig die Finanzgeschäfte der Eurozone betrieben würden.

Bisher waren es vor allem Politiker, die den Streit über die denkbaren Brexit-Folgen dominierten. Inzwischen haben sich auch die beiden führenden Notenbanker Europas mit eher undiplomatischen Worten eingeschaltet.

Carney hat Draghi in seiner Einschätzung aber nicht direkt widersprochen. Der Chef der britischen Notenbank hat lediglich ein anderes Risiko des britischen EU-Abschieds in den Vordergrund gestellt, das auch andere Fachleute als eine mögliche Brexit-Konsequenz sehen: Wenn wichtige Finanzgeschäfte und auch Bankmitarbeiter aus London abgezogen werden, dürfte nicht automatisch der Kontinent davon profitieren. Zwar macht etwa Frankfurt sich großen Hoffnungen und kann nach Informationen des Handelsblatts mit der neuen „Europe SE“ der Schweizer Großbank UBS einen Trumpf vorweisen. Doch möglicherweise würden Jobs und Abteilungen nach New York, Singapur oder Hongkong verlagert. Und in dem Fall wären Großbritannien und der Rest der EU die großen Brexit-Verlierer.

Sobald das Land der Staatengemeinschaft den Rücken kehrt, dürften Banken auf der Insel ihre so genannten Passport-Rechte verlieren. Diese erlauben es ihnen, von London aus Geschäfte auf dem Kontinent zu betreiben. Beendet der Brexit diese Vorteile, brauchen die Geldhäuser dafür die Lizenz einer kontinentaleuropäischen Bankenaufsicht und müssen voraussichtlich einen Teil ihrer Londoner Mitarbeiter verlagern.

Doch es sind nicht die Passport-Rechte allein, die die britische Hauptstadt zu Europas führendem Finanzzentrum machen und den Banken an der Themse viele Unternehmenskunden aus ganz Europa bringen. Das gut etablierte britische Rechtssystem trage ebenso dazu bei und das vorteilhafte Schiedsverfahren, sagte Wim Bischoff, ein Veteran des britischen Finanzsektors, nach dem Brexit-Referendum in einem Handelsblatt-Interview. „Es ist ein ganzes Cluster von Dienstleistungen, das Kunden anlockt. Andere Finanzzentren wie Paris und Dublin sind wunderbare Städte, aber sie bieten einfach nicht diesen Cluster-Effekt und diese Größenvorteile“, so Bischoff. Genau das spreche für Finanzmetropolen wie New York.

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  • Immer wieder die gleichen Lügengeschichten über den Brexit und England.

    Die Finanzwelt hat in London mit dem Pfund seine Erfolgreiche Serie hingelegt. Und London ist auch deswegen zu einen Finanzplatz geworden, weil es in die ganze Welt seine Wirtschaftlichen Beziehungen hat.

    Die EU ist also mehr auf London als Finanzzentrum im Weltweiten Handel- und Zahlungsverkehr angewiesen als anders herum.
    Frankfurt und alle anderen EU Bankenstandorte wurden durch die Grün-Kommunistische Einheits-Merkelpoltik von einer Katastrophalen EURO über eine CO2 Verbots hin zu einer illegalen Einwanderungspolitik so geschwächt, dass die froh sein dürfen, dass London/England mit Ihrer Insel nicht mobil machen können und sich im Pazifik niederlassen.

  • Wie man am Beispiel Zürich sieht kann eine europäische Stadt auch erfolgreich Finanzstandort sein ohne Mitglied in der EU zu sein.

    Es war die linke Propaganda die behauptete dass Grossbritannien ohne die EU eine wirtschaftliche Depression erleiden würde.

    Der Grund für die Propaganda ist dass Sozialisten für ihre Visionen das Geld anderer benötigen. Der Austritt GB aus der EU hat die EU Sozialisten einer sicheren Beute beraubt. Ensprechend beleidigt und rachsüchtig verhalten sie sich.

  • "Doch möglicherweise würden Jobs und Abteilungen nach New York, Singapur oder Hongkong verlagert. Und in dem Fall wären Großbritannien und der Rest der EU die großen Brexit-Verlierer."
    Wieso? Was genau verliert dann der Rest der EU?
    Auch Porters Cluster-Theorie erscheint mir in diesem Sektor mittlerweile veraltet: Der Standort spielt gerade bei diesen Wissensarbeitern keine Rolle (weder Produktionsanlagen noch Warentransport - und ob die MA der Finanzdienstleister nun verteilt über London in ihren Projekten vernetzt zusammenarbeiten, oder verteilt über die ganze Welt, ist zunehmend egal.)

    Des weiteren sitzt das System in der Liquiditätsfalle - da befinden wir uns eher im Angebotsmarkt als im Nachfragemarkt. Ansonsten würden sich die Herrschaften auch gemütlich und überheblich vor Sicherheit strotzend zurücklehnen, wohl wissend dass der Kontinent die City braucht.
    Ich behaupte: Nein.
    England braucht die Geschäfte der City, insbesondere um mit deren "Produkten" die Exporterträge des Kontinents abzuschöpfen - und um damit das Handelsbilanzdefizit der Insel zu finanzieren.

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