Bei der Rettung der finanziell angeschlagenen Mittelstandsbank IKB
wird ein Einstieg des Bundes immer wahrscheinlicher. Nach Informationen des Handelsblatts aus Regierungskreisen arbeitet das Bundesfinanzministerium an einer Lösung, die den Bundeshaushalt dauerhaft nicht belasten soll. Denn die Probleme bei der Bank sind drängender als bisher gedacht.
saf/bas/hgn/rob BERLIN. Eine Beteiligung des Bundes ist deshalb notwendig, weil die IKB
eine kurzfristige Kapitalspritze von rund 500 Mill. Euro braucht. Insgesamt fehlt der Bank wegen Abschreibungen auf ihre Wertpapiere bis zu zwei Mrd. Euro. In welchem Umfang sich die Privatbanken und die KfW Bankengruppe, die größter Anteilseigner der IKB
ist, an dem Rettungspaket beteiligen, ist dagegen noch nicht klar, heißt es in Verhandlungskreisen weiter.
Tatsächlich sind die Probleme der Düsseldorfer Mittelstandsbank drängender als bisher bekannt: Wie das Handelsblatt aus Verhandlungskreisen erfuhr, hat der Präsident der Finanzaufsicht BaFin, Jochen Sanio, in einer Telefonkonferenz Ende der vergangenen Woche mit der Schließung des Instituts gedroht, wenn die IKB
nicht schnell frisches Kapital erhalte. Wegen weiterer Abschreibungen ihrer Wertpapiere fehlt der Mittelstandsbank eine kurzfristige Kapitalspritze von 500 Mill. Euro. Insgesamt summiert sich der Kapitalbedarf auf bis zu zwei Mrd. Euro. Angesichts der dramatischen Situation wird eine Beteiligung des Bundes an einem weiteren Rettungspaket immer wahrscheinlicher.
Die BaFin wollte sich auf Nachfrage nicht zu den Vorgängen äußern. Eine Schließung der Mittelstandsbank hat nach Informationen aus Regierungskreisen vor allem Bundesbankpräsident Axel Weber verhindert. Weber hat demnach in den Gesprächen vor massiven Auswirkungen auf den gesamten Finanzsektor in Deutschland gewarnt. Daraufhin hat Sanio den Beteiligten zusätzliche Zeit eingeräumt, heißt es in Verhandlungskreisen. Sanio erwartet jedoch, dass der KfW -Verwaltungsrat auf seiner Sitzung am kommenden Mittwoch ein entsprechendes Rettungspaket präsentiert.
Gestern erzielten die Bundesregierung, die staatseigene Förderbank KfW und der Bundesverband privater Banken weiter über eine Kapitalhilfe für die angeschlagene IKB.
Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU) erläuterte Mitgliedern des KfW -Verwaltungsrats
in einem Krisentreffen die Lage der IKB.
Denkbar ist, dass die kurfristig benötigten 500 Mill. Euro als Fremdkapital zufließen, damit sie schneller an ihr Geld kommt.
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