Die Bundesregierung blickt optimistisch auf die laufenden Verhandlungen zum Verkauf der Mittelstandsbank IKB
. "Wir sehen gute Chancen, dass es auf der Basis der Angebote zu einem Abschluss kommt", sagte Finanz-Staatssekretär Thomas Mirow.
BERLIN. Derzeit führt die KfW, die rund 45 Prozent an der finanziell angeschlagenen Mittelstandsbank hält, zusammen mit dem Bund Verkaufsgespräche. Nach Angaben von Mirow sind noch drei interessierte Anbieter im Rennen. Nach Informationen des Handelsblatts aus Regierungskreisen wollen KfW und Bund noch im Juli eine Entscheidung treffen.
Die IKB
hatte sich mit US-Immobilienkrediten verspekuliert und musste bisher mit insgesamt 8,5 Mrd. Euro gestützt werden. Der Bund beteiligte sich an der IKB
-Rettung mit 1,2 Mrd. Euro aus Steuermitteln. Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) verspricht sich von einem Verkauf der Mittelstandsbank Einnahmen von rund 800 Mill. Euro.
Zu den verbliebenen Bietern gehören nach Informationen aus Finanzkreisen die schwedische Bank SEB sowie die beiden Finanzinvestoren Ripplewood und Lonestar. Diese müssen bis Mitte Juli verbindlich Angebote abgeben. Bund und KfW wollen kurz danach eine Entscheidung treffen.
Nach den Worten von Finanzstaatssekretär Mirow werde mit den drei Bietern zurzeit weiter intensiv verhandelt. Den Forderungen der potenziellen Käufer, mögliche Verluste aus riskanten Wertpapieren und Prozesskosten sollten ausgegliedert werden, will der Bund offenbar nachkommen. Dennoch betonte Mirow aber auch, dass "der Bund nicht zu jedem Preis verkauft".
Ulrich Schröder, der künftige Vorstandschef der KfW, soll nach Informationen des Finanzministeriums Anfang August seinen neuen Job antreten. Derzeit laufen Verhandlungen zwischen der NRW Bank, dem derzeitigen Arbeitgeber Schröders, und dem Bund über eine vorzeitige Vertragsauflösung. Schröder selbst soll auf der nächsten Verwaltungsratssitzung der KfW Ende Juni offiziell zum Nachfolger von Ingrid Matthäus-Meier berufen werden.

