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31.10.2007 
Sepa

Bundesbank macht bei Überweisungen Druck

Ab dem 28. Januar 2008 werden Sepa-Überweisungen den Bankkunden angeboten. Deren Interesse am einheitlichen Euro-Zahlungsverkehrsraum scheint allerdings nicht allzu groß zu sein. Nun hat die Bundesbank an Banken, Unternehmen und öffentliche Verwaltungen appellierte, Sepa zu einem erfolgreichen Start zu verhelfen.

Der Umstieg auf Sepa-Überweisungen hält die Bundesbank für unproblematisch. Foto: dpaLupe

Der Umstieg auf Sepa-Überweisungen hält die Bundesbank für unproblematisch. Foto: dpa

mak FRANKFURT. „Es gibt Anzeichen, dass das Interesse an Sepa bei potenziellen Kunden, also auf der Nachfrageseite, noch nicht sehr ausgeprägt ist“, sagte Hans Georg Fabritius, der im Bundesbankvorstand auch für den Zahlungsverkehr zuständig ist, vor Journalisten.

Die deutsche Kreditwirtschaft habe ihre Informationsbemühungen zwar deutlich intensiviert. Sie müsse aber ihre Aktivitäten unbedingt fortsetzen und über ein attraktives Produktangebot die Akzeptanz bei den Nutzern zu fördern, forderte Fabritius. Sepa komme nur in Schwung, wenn die „Schlüsselanwender“ – internationale Konzerne, große Handelsketten, Versicherer und die öffentliche Hand – auf die neuen Instrumente umstiegen und andere Nutzergruppen, vor allem die privaten Bankkunden, mitzögen.

Sepa-Überweisungen werden den Bankkunden ab dem 28. Januar 2008 angeboten. Um die Überweisungen entgegennehmen zu können, müssen die Banken bis 14. Dezember so genannte „Adherence Agreements“ unterzeichnen und damit die Sepa-Rahmenwerke anerkennen. Sepa-Lastschriften werden später starten und europaweit vermutlich erst nach der Umsetzung der europäischen Zahlungsverkehrsrichtlinie in allen EU-Ländern, spätestens ab dem 1. November 2009, zur Verfügung stehen.

Den Umstieg auf Sepa-Überweisungen hält Fabritius für unproblematisch, weil sich das Überweisungsverfahren nicht grundsätzlich ändere. Hauptschwierigkeit in Deutschland sei die Umstellung der bisherigen Kontonummer- und Bankleitzahl-Systematik auf Iban (International Bank Account Number) und Bic (Bank Identifier Code). Das deutsche Kreditgewerbe sollte vor allem den Unternehmen bei der Umstellung ihrer Stammdaten helfen.

Die schwierigere Umstellung des deutschen Lastschriftverfahrens auf die Sepa-Lastschrift würde vereinfacht, wenn die heute erteilten Einzugsermächtigungen auch für die Sepa-Lastschriften genutzt werden könnten, sagte Fabritius. Der Gesetzgeber sollte dieses Problem bei der Umsetzung der „Zahlungsrichtlinie“ zu lösen versuchen.

Beim dritten europäischen Zahlungsinstrument, der Sepa-Kartenzahlung, fordert Fabritius eine europäische Alternative zu den heutigen nationalen Kartensystemen. Sonst bestehe die Gefahr, dass es am europäischen Kartenmarkt zu einer Dominanz internationaler Kartensysteme komme.

Fabritius plädierte für die Festlegung eines „Endtermins“ für den vollständigen Übergang zu Sepa. Realistisch sei ein Zeitraum von fünf bis sieben Jahren. Die deutsche Kreditwirtschaft müsse 2008 die Voraussetzungen definieren, unter denen die „Abschaltung“ der nationalen Infrastrukturen möglich sei.

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