Tendenziell dürften sich die Finanzierungskosten dadurch nach Branchenschätzungen erhöhen, mit entsprechenden Folgen für die gekauften Firmen. „Eine anhaltende Verteuerung der Finanzierungskosten wird sich auch in der Realwirtschaft niederschlagen. Bei den auf Kante genähten Finanzierungen einiger Private-Equity-Deals der jüngsten Vergangenheit würde dies zu erheblichem Restrukturierungsbedarf führen“, warnt Thomas Warnholtz, Partner bei der Merchant Bank Augusta.
Rubenstein sieht die gesamte Private-Equity-Branche in einer „Korrekturphase.“ Die Beteiligungsmanager müssten sich in Zukunft auf niedrigere Renditen einstellen. Entscheidend sei, dass die Renditen im Vergleich zu den öffentlichen Kapitalmärkten weiterhin deutlich höher ausfallen müssten. „Private Equity sollte wegen der höheren Risiken der Investments sechs bis sieben Prozentpunkte besser abschneiden als die Aktienbörsen. Die besten Beteiligungsfonds haben bisher zwölf bis 20 Prozent über den ,public markets’ gelegen“, rechnet Rubenstein vor.
Deutschland bleibt seiner Ansicht nach einer der „attraktivsten Plätze“ für Private Equity. Es gebe unverändert viele gute Unternehmen, insbesondere unter den Mittelständlern.
Carlyle hat infolge der Kreditkrise seine Überlegungen für einen Börsengang vorerst auf Eis gelegt. Carlyle-Mitgründer David Rubenstein sagte der „Financial Times Deutschland“ auf Sicht von zwei bis drei Jahren rechne er aber mit der Notierung von sechs bis acht globalen Private-Equity-Firmen. Dass Carlyle dann dabei sei, "ist wahrscheinlicher, als dass wir nicht dabei sind.“
Carlyle gibt damit als erster unter den weltgrößten Finanzinvestoren Pläne für ein baldiges Listing offiziell auf. Als einziger Konkurrent hatte Mitte Juli Blackstone den Schritt an den Aktienmarkt geschafft, doch ist die Blackstone-Aktie seither um 24 Prozent eingebrochen. KKR reichte Anfang Juli Unterlagen bei der US-Börsenaufsicht SEC für ein Listing in diesem Jahr ein.
Lesen Sie weiter auf Seite 3: Geschäftsmodell Private Equity

