0 Bewertungen
21.04.2006 
Aufkäufer

Cash Life macht sich bei der Allianz unbeliebt

Der größte Aufkäufer gebrauchter Lebensversicherungen in Deutschland, die Cash Life AG, will die Vertreter der Allianz als Partner gewinnen. Doch das Versicherungsunternehmen lehnt eine Zusammenarbeit ab.

Die Allianz lehnt eine Zusammenarbeit mit der Cash Life AG ab.

Die Allianz lehnt eine Zusammenarbeit mit der Cash Life AG ab.

HB FRANKFURT. Die Cash Life AG, größter Aufkäufer gebrauchter Lebensversicherungen in Deutschland, stößt bei der Allianz mit ihrem Versuch auf Widerstand, deren Vertreter als Partner zu gewinnen. Es gebe bei der Allianz Anweisungen an den Vertrieb, dass eine Zusammenarbeit unerwünscht sei, sagte Cash-Life-Chef Stefan Kleine-Depenbrock. Dabei wollten viele Vertreter Kunden im Falle einer Kündigung auf die Möglichkeit des Policenverkaufs hinweisen. Dies zeige das Echo der 3 000 bayerischen Allianz-Agenturen, die Cash Life angeschrieben hatte.

Aus Sicht der Allianz sieht das anders aus. Man habe verhindern wollen, dass Cash Life Allianz-Vertretern Provisionen für die Vermittlung gebrauchter Policen zahlen wollte, sagte ein Sprecher des Versicherungskonzerns. Damit sei man erfolgreich gewesen. Es könne schließlich nicht sein, dass Vertreter zweimal – beim Verkauf und Wiederverkauf einer Police – eine Provision erhielten. Kunden erhalten beim Verkauf ihrer Lebenspolice mehr Geld als bei deren Kündigung vom Versicherer. Zudem bleibt der Todesfallschutz erhalten. Lange hatten die Versicherer wenig Interesse an einer Kooperation mit Zweitmarktanbietern wie Cash Life, weil sie am Storno der Kunden verdienen. Mittlerweile arbeitet Cash Life mit drei Versicherern zusammen. Gerade die Allianz hat eine besondere Bedeutung, schließlich gibt der Marktführer in der Branche die Marschrichtung vor. Die Allianz kooperiert bisher aber nur auf ausdrücklichen Wunsch eines Versicherten mit Cash Life.

Laut einer aktuellen Umfrage von Allensbach kennen bisher nur zwölf Prozent der Deutschen Cash Life. Gleichwohl dürfte der Zweitmarkt mit einer Steigerung der Bekanntheit oder einer möglichen gesetzlichen Hinweispflicht für Versicherer wachsen. Schließlich erwarten Experten, dass jede zweite der 97 Mill. Kapitallebensversicherungen vor Ablauf gekündigt wird. Diese Aussicht lockt auch andere Anbieter. So wechselt Cash-Life-Finanzvorstand Marcus Simon in gleicher Funktion zum Emissionshaus Lloyds Fonds. Die Hamburger sind im britischen Zweitmarkt aktiv und halten den deutschen Zweitmarkt für „attraktiv“.cd

Artikel bewerten:
  • 1 Stern
  • 2 Sterne
  • 3 Sterne
  • 4 Sterne
  • 5 Sterne
Anzeige

Weitere Beiträge aus dem Ressort

Anzeige

weiterImmobilien + Vorsorge

Vorsorgen statt konsumieren  Artikel in Merkliste

04.12.2008

Dies ist keine Zeit für Anschaffungen und Vergnügungen, glauben viele Deutsche. Das geht jedenfalls aus aktuellen Umfragen hervor. Hoch im Kurs steht hingegen die Vorsorge – für schlechte Zeiten und den Ruhestand. Artikel


Anzeige