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23.04.2008 
Private-Equity

Cerberus schaut sich im Bankensektor um

von Axel Höpner und Joachim Hofer

Der Finanzinvestor Cerberus sieht sich in Deutschland nach Akquisitionen um. Sollte sich eine Gelegenheit bieten, seien auch große Zukäufe möglich, sagte Chairman John W. Snow dem Handelsblatt. Die Finanzkrise habe nicht nur negative Auswirkungen.

MÜNCHEN. "Wir sind sehr positiv für Deutschland gestimmt", sagte Snow. Zu konkreten Verhandlungen wollte sich der Manager jedoch nicht äußern. Cerberus verhandelt laut Finanzkreisen mit Siemens über einen Kauf der verlustreichen Telefonsparte SEN und ist an Teilen der angeschlagenen Bank IKB interessiert.

Grundsätzlich lege sich Cerberus auf keine Branchen fest, sondern investiere in alle Industrien, sagte Snow. Die Finanzkrise habe nicht nur negative Auswirkungen. "Für einen gut kapitalisierten Private-Equity-Fonds bietet das neue Umfeld eine Menge Möglichkeiten." So benötige derzeit der Finanzsektor Eigenkapital. Der deutsche Bankenbereich sei dabei für Cerberus grundsätzlich von Interesse. "Wir haben die Expertise", sagte Snow. In Österreich hat sich Cerberus bereits die Bawag gesichert.

Nach Einschätzung des früheren US-Finanzministers ist es noch zu früh, um zu beurteilen, ob die Finanzkrise bereits ihren Tiefpunkt durchschritten hat. Die Investoren, die bereits wieder eingestiegen seien, hätten dies schmerzhaft zu spüren bekommen.

Die Krise habe aber auch eine reinigende Wirkung für die Private-Equity-Branche. "Das ist durchaus eine gesunde Entwicklung." Die Preise seien wieder auf ein vernünftiges Niveau gefallen. Durch die Subprime-Krise wurden einige Hedge-Fonds und Private-Equity-Firmen schwer gebeutelt. So musste Konkurrent Carlyle sogar einen Fonds schließen.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Warum Deutschland ein guter Standort für Investoren ist

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