Chef der zweitgrößten Bank Russlands: „Diese Art von Sanktionen würde Krieg bedeuten“

Chef der zweitgrößten Bank Russlands
„Diese Art von Sanktionen würde Krieg bedeuten“

Bei der Diskussion um neue Sanktionen ist auch ein Ausschluss Russlands vom Swift-System im Gespräch. Der Chef der VTB-Bank, Andrej Kostin, warnt vor diesem Schritt. Denn eine solche Maßnahme würde Krieg bedeuten.

DüsseldorfAndrej Kostin, Chef der VTB-Bank, der zweitgrößten Bank Russlands, warnt den Westen davor, russische Banken vom internationalen Zahlungssystem Swift auszuschließen. Zwar gebe es einen Plan B, wenn das Geldhaus weder für Dollar-, noch für Euro-Transaktionen Swift nutzen könnte. „Aber nach meiner persönlichen Ansicht würde es Krieg bedeuten, wenn diese Art von Sanktionen eingeführt würde“, sagte Kostin in einem Interview mit dem Handelsblatt (Donnerstagausgabe).

Falls russischen Banken der Zugang zu Swift untersagt werde, sollte der US-Botschafter Moskau noch am selben Tag verlassen, fordert der Banker. Banking sei der verletzbarste Teil der russischen Wirtschaft, weil das System sehr auf dem Dollar und dem Euro beruhe, räumt Kostin ein.

In seinem ersten Interview mit einem westlichen Medium seit dem Beginn der Ukraine-Krise davor, räumte Kostin ein, dass die VTB-Bank in diesem Jahr rund 1,3 Milliarden Dollar an Rückstellungen bilden müsse, weil die ukrainische Wirtschaft am Rand des Zusammenbruchs stehe. „Aber wir wollen dort bleiben und fahren unser Kreditbuch nicht zurück“, sagte Kostin.

Insgesamt seien russische Banken in der Ukraine mit 25 Millliarden Dollar engagiert. Angesichts der schwierigen Lage befürchtet der ehemalige russische Diplomat, der unter anderem in England und Australien lebte, dass die VTB Gruppe in diesem Jahr fast keinen Gewinn machen wird. Allerdings seien „eine Menge Rückstellungen für Kredite ukrainischer und russischer Unternehmen gebildet worden.“

Mathias Brüggmann
Mathias Brüggmann
Handelsblatt / Korrespondent
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