Chinas Banken: In China fallen die Hürden

Chinas Banken
In China fallen die Hürden

Nie waren die Banken im Reich der Mitte so begehrt wie heute. Die Aussicht, auf einem der größten und stark wachsenden Bankenmärkte der Welt Geschäfte zu machen, hat zu einem regelrechten Ansturm ausländischer Kreditinstitute ins Reich der Mitte geführt.

PEKING. Rund 20 Mrd. Dollar haben sie den vergangenen 16 Monaten in Chinas Banken investiert.

In der Summe noch nicht enthalten ist allerdings der jüngste Deal: Die amerikanische Citigroup will im Konsortiumverbund mit der Carlyle Group und einem anderen lokalen Partner mit 85 Prozent erstmals die Mehrheit an einem chinesischen Geldhaus – der Guangdong Development Bank – erwerben. Das Konsortium habe mit drei Mrd. Dollar das höchste Gebot abgegeben, meldet das „Wall Street Journal“. Die Guangdong-Bank ist mit rund 500 Zweigstellen im Süden des Landes das letzte größere Institut ohne ausländische Beteiligung. Citigroup, ABN Amro und Société Générale waren die Finalisten aus einer Gruppe von anfangs 20 Interessenten. Nur die chinesische Regierung muss noch zustimmen.

Die Guangdong Development Bank gilt als ein wichtiger erster Testfall. Bislang dürfen ausländische Banken in China nicht mehr als 20 Prozent an einer Bank übernehmen, für ein Konsortium liegt die Obergrenze bei 25 Prozent. Früher oder später, ist jedoch Chefökonom Jonathan Anderson von UBS in Hongkong überzeugt, werde diese Beschränkung ohnehin fallen müssen. 2006 wäre genau das richtige Jahr dafür - pünktlich zum Ablauf der WTO-Frist im Dezember. China hatte sich verpflichtet, seine Finanzmärkte bis Ende des Jahres weitgehend für ausländische Investoren zu öffnen. Das wurde beim Beitritt Chinas zur Welthandelsorganisation (WTO) im Jahr 2001 vereinbart.

Die Regierung in Peking drängt internationale Institute wie Citibank, HSBC, Deutsche Bank oder Bank of America, sich an den heimischen Banken zu beteiligen. China will so seine Großbanken, die noch immer stark unter Korruption, schwachem Management, schlechter Ausbildung und fehlender Technik leiden, fit für den anstehenden Wettbewerb machen.

Doch die „Goldgräberstimmung“ hat jüngst einen Dämpfer bekommen. Vor allem der Einstieg von Bank of America und Temasek, der staatlichen Investmentfirma aus Singapur, bei der China Construction Bank (CCB) sorgt für Diskussionen. Beide hatten kurz vor dem CCB-Börsengang im Oktober kleine Anteile übernommen, deren Wert sich seit der Erstnotiz in nur wenigen Wochen mehr als verdoppelt hat.

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