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26.03.2008 
Chinas Bankenwelt

Chinas Banken verdienen kräftig

von Andreas Hoffbauer

Während Banken in Amerika und Europa durch die Subprime-Krise in die Knie gehen, scheint Chinas Bankenwelt noch in Ordnung. Das starke Wirtschaftswachstum der Volksrepublik beschert zumindest den heimischen Geldinstituten gute Profite, wie die jüngsten Bilanzen der Branche zeigen. So meldet die ICBC fast zwölf Milliarden Dollar Gewinn.

PEKING. Nachdem mehrere kleinere China-Banken in den vergangenen Tagen Zwei-Drittel-Zuwächse beim Gewinn gemeldet haben, hat gestern auch die Industrial and Commercial Bank of China (ICBC) für 2007 einen Gewinnsprung von 65 Prozent verkündet. Der Nettogewinn wuchs auf 81,52 Mrd. Yuan (11,56 Mrd. Dollar) und übertraf die Erwartungen der Analysten.

Chinas Banken hätten relativ wenig zweitklassige US-Hypotheken gekauft, "sondern haben eher auf konservative Anlagen wie Schatzbriefe gesetzt", erklärt Ivo Naumann, Bankenexperte von Alix Partners in Schanghai, warum die Subprime-Folgen für die chinesischen Banken bislang gering ausfallen. Was von Bankern in der Volksrepublik oft kritisiert wird, nämlich die - besonders bei Auslandsgeschäften - starke Regulierung, kommt den Großbanken nun offenbar zugute.

Ganz spurlos geht die Erschütterung der internationalen Finanzwelt aber nicht an Chinas Top-Banken vorbei. Die Bank of China hat nach eigenen Angaben ein Subprime-Portfolio von 7,95 Mrd. Dollar und musste gestern bekanntgeben, dass davon 1,3 Mrd. Dollar abgeschrieben werden müssten. Unter den Großbanken legte die einst für den Außenhandel zuständige Staatsbank mit einem Zuwachs von 31 Prozent dann auch den schwächsten Gewinnsprung für das Jahr 2007 vor.

Die ICBC - inzwischen größtes Finanzhaus der Welt nach Börsenwert - gab gestern bekannt, das Volumen der auf Subprime-Hypotheken basierenden Wertpapierbestände habe im eigenen Haus zum Jahreswechsel bei 1,2 Mrd. Dollar gelegen. Die Abschreibungen für Wertminderungen lägen bislang bei rund 400 Mill. Dollar.

"Man kann nicht sagen, ob die momentane Bewertung schon alle Risiken wirklich berücksichtigt", ist Wang Jinsong, Fondsmanager bei Galaxy Asset Management in Schanghai mit der Einschätzung von Bank of China zurückhaltend. Viele Analysten halten die Rückstellungen für nicht ausreichend. Einige Experten gehen davon aus, dass die Bank of China sogar bis zu drei Mrd. Dollar durch die Hypothekenkrise verlieren könnte.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Der Mangel an Transparenz.

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