Auch Anthony Muh, Fondsmanager von Alliance Trust Asset Management, rechnet mit weiteren internationalen Zukäufe: "Wir werden ganz bestimmt davon noch mehr sehen.“ Dennoch überraschte der Zukauf die Analysten und Investoren. Der Aktienkurs von Ping An legte am Donnerstag kräftig zu, lag zum Börsenschluss in Hongkong rund 6,6 Prozent im Plus. Die Papiere von Fortis
starteten am Donnerstag mit einem Zuwachs von 6,1 Prozent bei 19,27 Euro in den Handel. Dort wird davon ausgegangen, dass es sich um ein strategisches langfristiges Investment von Ping An handelt, dass möglicherweise noch weiter ausgebaut werde.
Der Börsenwert von Ping An erreicht damit rund 100 Mrd. Dollar und liegt etwa 60 Prozent über dem Wert von Fortis.
Nach relativ schwachen Quartalszahlen durch die Auswirkungen der US-Hypothekenkrise ist der Kurs von Fortis
seit Anfang April um fast 40 Prozent gesunken.
Ping An, an der die britische HSBC
mit 17 Prozent beteiligt ist, wird einer der größten Fortis
-Aktionäre.
Präsident Louis Cheung wird in den Vorstand der Bank einziehen, die zu ABN
Amro gehört. Chairman Peter Ma machte gestern klar, dass es dem chinesischen Konzern nicht nur um eine gute Finanzanlage gehe. "Ping An wird von Fortis
großer Erfahrung profitieren“, so der Chinese. Beim Risikomanagement und beim Aufbau neuer Finanzprodukte könne Ping An lernen.
Chinas Finanzbranche ist bislang kaum international aufgestellt, zudem sind in der Volksrepublik Versicherungen und Sparanlagen kaum verbreitet. Darum setzen viele Chinesen ihr Ersparten an der Börse ein, was zu einem enormen Börsenboom geführt hat.
Lesen Sie weiter auf Seite 3: Chinesischen Konzernen bleibt nur die globale Expansion

