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11.07.2008 

Der Wirtschaftswissenschaftler Martin Faust hält es für richtig, dass die Deutsche Bank nicht bis zum Äußersten gegangen ist: „Die Citibank schwächelt im Markt, ihr Image ist nicht das beste.“ Ein Bankenanalyst bekräftigt: „Der Preis wäre deutlich zu hoch gewesen.“ Die nicht an der Börse notierte Crédit Mutuel sei im Vorteil gewesen, weil sie den Kaufpreis von 4,9 Mrd. Euro nicht vor Aktionären rechtfertigen müsse, sagt er. Die Deutsche Bank selbst wollte sich zu dem gesamten Prozess am Freitag nicht äußern.

Ackermann hatte allerdings seit Jahresbeginn wiederholt betont, dass die Deutsche Bank Interesse an ergänzenden Zukäufen hat - und dabei auch die Postbank genannt. Akquisitionen müssten aber dauerhaft Wert für die Aktionäre schaffen. Nach Ansicht des Finanzexperten ist davon auszugehen, dass die Deutsche Bank auch beim Bieterprozess um die Postbank „nicht undisziplinierter sein wird als bei anderen“. Auch ein Bankenanalyst rechnet mit Zurückhaltung: „Von der Strategie her würde ein Kauf die Deutsche Bank nicht wirklich weiterbringen, zudem käme im aktuellen Umfeld eine dafür nötige Kapitalerhöhung nicht gut an.“

Dass die Citibank so teuer über den Tisch ging, werten Experten als Vorteil für die Post: Der Bonner Konzern darf auf einen höheren Verkaufspreis für seine Banktochter hoffen. Hauptfrage beim Thema Postbank bleibt jedoch, ob die Post im derzeit schwierigen Marktumfeld überhaupt verkaufen will und zu welchen Konditionen. „Zeitlich könnte es gut sein, dass die Post einen Verkauf zunächst einmal auf Eis legt, bis die Rahmenbedingungen besser sind“, sagt NordLB-Analyst Michael Seufert. Das wiederum erhöht die Chancen für die diskutierte Dreierlösung aus Commerzbank, Dresdner Bank und Postbank: Commerzbank und Dresdner feilen noch an einem Zusammenschluss ihrer beiden Häuser und sind wohl noch nicht so weit, um bei einem raschen Verkauf der Postbank einzusteigen.

Die Post sei nicht in Zeitnot, betont Analyst Seufert. Daher könne sie abwarten, bis sich Commerzbank und Allianz einigen. Bankenprofessor Faust hält den Spielraum dennoch für begrenzt: „Die Post muss zu einer schnellen Entscheidung kommen: Der Markt will eine klare Entscheidung. Auch für die Postbank selbst ist es nicht gut, wenn sie zu lange in der Schwebe hängt.“

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