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07.08.2008 
US-Großbank

Citigroup kauft umstrittene ARS-Anleihen zurück

Die US-Großbank Citigroup kauft umstrittene Anleihen in die Milliardenhöhe zurück und beendet damit einen Streit mit den US-Behörden. Als Reaktion gab die Aktie des Instituts kräftig nach.

Citigroup Center in New York. Foto: apLupe

Citigroup Center in New York. Foto: ap

HB NEW YORK. Die US-Großbank Citigroup kauft umstrittene Anleihen im Milliardenhöhe von zehntausenden Kunden zurück und zahlt 100 Mill. Dollar Strafe, um damit den Streit mit den US-Behörden in der Sache zu beenden. Der New Yorker Generalstaatsanwalt erklärte am Donnerstag, Citigroup werde illiquide Anleihen vom Typ „Auction-Rate-Securities“ (ARS) im Volumen von mehr als sieben Mrd. Dollar zurückzukaufen. Von dem Rückkauf würden landesweit insgesamt etwa 40 000 Kunden profitieren. Der Staatsanwalt hatte Citigroup vorgeworfen, die Anleihen in betrügerischer Absicht vermarktet zu haben. Die Einigung ist ein Präzedenzfall, da Behörden landesweit gegen Banken und Brokerhäuser wegen umstrittener Praktiken bei der Vermarktung von ARS ermitteln.

Auction-Rate-Securities sind Anleihen mit langer Laufzeit, deren Zinssatz aber in kurzen Abständen bei Auktionen neu festgesetzt wird. Normalerweise können kommunale Emittenten so langfristig Geld zu niedrigeren Zinsen leihen. Der 330 Mrd. Dollar schwere Markt galt einst als sicher, in Folge der Kreditkrise sind jedoch Teile des Marktes eingefroren. Die Regulierungsbehörden haben auch anderen Finanzinstituten wie etwa der US-Investmentbank Merrill Lynch und der Schweizer UBS betrügerisches Verhalten im Zusammenhang mit ARS vorgeworfen. Der Generalstaatsanwalt von Massachusetts erklärte am Donnerstag, Morgan Stanley werde eine Entschädigung in Höhe von 1,5 Mill. Dollar an zwei Städte zu zahlen, die in ARS investiert hatten.

Die nun erzielte Einigung mit der Citigroup werde helfen, das Vertrauen in den Markt wiederherzustellen, sagte Generalstaatsanwalt Andrew Cuomo. „Sie lässt den Anlegern Gerechtigkeit widerfahren.“ Zugleich erklärte er, auch das Vorgehen anderer Banken beim Verkauf von ARS zu prüfen. Am 24. Juli hatte Cuomo die UBS wegen der Handhabung von ARS verklagt und ihr einen „Multi-Milliarden-Dollar-Betrug“ vorgeworfen. Auch der Citigroup hatte Cuomo mit einer Klage gedroht, da die Bank in betrügerischer Weise ARS vermarktet und verkauft habe. So habe sie die Anleihen gegenüber Kunden fälschlicherweise als sicher, liquide und bargeldgleich dargestellt. Zudem habe das Institut Tonaufnahmen mit Telefongesprächen über ARS vernichtet, die von der Staatsanwaltschaft angefordert worden seien.

Die Citigroup wird nun alle illiquiden ARS von Privatkunden, Wohltätigkeitsorganisationen und kleinen und mittleren Firmen bis zum 5. November zum Nennwert zurückzukaufen. Die Bank schätzt das Volumen des Rückkaufs auf 7,3 Mrd. Dollar. Zudem sagte das Institut zu, alle Investoren in vollem Umfang zu entschädigen, die ihre Auction-Rate-Schulden mit einem Verlust verkauft haben. Ferner wird die Bank Strafen von je 50 Mill. Dollar an New York und an die North American Securities Administrators Association entrichten.

In einer Stellungnahme der Citigroup hieß es, die Bank sei erfreut über die Einigung. Das Institut habe „gewaltige Fortschritte“ bei der Steigerung der Liquidität der ARS gemacht. Seit dem Ausbruch der Krise seien mehr als die Hälfte der Anteile der Privatkunden an den Anleihen zum Nennwert eingelöst oder versteigert worden.

Die Aktien der Citigroup gaben am Donnerstag im Verlauf in einem negativen Umfeld mehr als drei Prozent nach.

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