Comdirect-Chef Arno Walter: „Die Weltgeschichte wird uns in Atem halten“

Comdirect-Chef Arno Walter
„Die Weltgeschichte wird uns in Atem halten“

Der Comdirect-Chef erklärt, wieso das Geschäft bei der Direktbank brummt, Aktionäre aber trotzdem mit weniger Dividende rechnen müssen – und warum er an den Siegeszug der Roboter-Finanzberater glaubt.
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Seine Zahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr stellt Comdirect-Chef Arno Walter in Sichtweite des Commerzbank-Turms vor. Während die Muttergesellschaft mitten im Umbau steckt, laufen die Geschäfte bei der Direktbank-Tochter Comdirect ordentlich.

Herr Walter, die Comdirect konnte ihren Gewinn nach Steuern im vergangenen Jahr auf rund 93 Millionen Euro steigern. Sind Sie mit dem Ergebnis zufrieden?
Definitiv! In dem für Banken schwierigen Umfeld haben wir ein ordentliches Ergebnis geschafft, sind weiter gewachsen und konnten schon im ersten Jahr unserer neuen Strategie erste Erfolge sehen. Damit bin ich sehr glücklich.

Trotzdem haben die niedrigen Zinsen auch der Comdirect zugesetzt: Der Zinsüberschuss ging zurück. Und mit Provisionen bei Wertpapiergeschäften haben Sie auch weniger Geld verdient.
Dass das schwierige Zinsumfeld auch uns treffen würde, hatten wir erwartet. Der Zinsüberschuss dürfte auch 2017 nicht wachsen. Dass der Provisionsüberschuss zurückging, beschäftigt mich da schon mehr. Die Kunden entscheiden selbst, wie viel sie bei uns handeln, und das hängt natürlich auch mit der Volatilität am Markt zusammen. Aber klar beschäftigen wir uns intensiv damit, wie wir noch mehr Kunden dazugewinnen und ihnen den Handel erleichtern können. An den Provisionsüberschüssen müssen wir arbeiten.

Bedeutet dass, dass sich Comdirect-Kunden auf höhere Gebühren einstellen müssen?
Im Moment wachsen wir profitabel, aber natürlich muss ich mir die Frage stellen: Was von dem, was ich heute kostenlos anbiete, kann auch morgen noch kostenlos bleiben?

Heißt das, dass das Girokonto bei Ihnen bald Geld kostet?
Nein, wir halten an der kostenlosen Kontoführung fest. Aber die ein- oder andere Zusatzleistung muss man sich anschauen. Ich denke da immer an die Automobilindustrie: Mit jedem Modellwechsel wird die Liste der kostenpflichtigen Extras länger. Auch wir bieten dem Kunden schrittweise immer mehr an, etwa eine Multibanking-Funktion oder eine Smartpay-App. Wir sollten uns überlegen, ob sich damit nicht auch Geld verdienen lässt.

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