Die Ausweitung des Geschäfts mit Tagesgeldkonten zahlt sich für den Online-Broker Comdirect aus. Im ersten Quartal verzeichnete die Tochter der Commerzbank ein deutliches Gewinnplus - vor allem dank der Zuwächse beim Zinsüberschuss.
rtr FRANKFURT. Der Gewinn kletterte im ersten Quartal um gut 21 Prozent auf 20,4 Mill. Euro, wie die Tochter der Commerzbank
am Dienstag mitteilte. Das ist deutlich mehr als von Analysten erwartet. An der Börse zog der Kurs der im Kleinwerteindex SDax notierten Aktie um drei Prozent auf 8,21 Euro an.
Maßgeblicher Grund für das Gewinnplus waren Zuwächse beim Zinsüberschuss, der um 45 Prozent auf 41,5 Mill. Euro stieg. Erstmals lag das Zinsergebnis damit über dem Provisionsergebnis, das um sieben Prozent auf 36,3 Mill. Euro zurückging. "Diese Entwicklung zeigt, dass die Entwicklung zur Vollbank greift", sagte der neue Bankchef Michael Mandel.
Provisionen kommen aus dem Kauf und Verkauf von Wertpapieren, dem eigentlichen Kerngeschäft des Internetbrokers. Seit geraumer Zeit fokussiert sich das Unternehmen aus Quickborn bei Hamburg aber mehr auf Girokonten und Tagesgeld und bietet sogar Baufinanzierungen an, um vom schwankenden Aktiengeschäft unabhängiger zu werden.
Comdirect
zählte Ende März 1,073 Mill. Kunden. Rund 500 000 davon führten ein Tagesgeldkonto, das ist ein Zuwachs von 24 Prozent seit Ende 2007.
Für den Verlauf des Jahres ist Mandel zuversichtlich. "Wir sind gut ins zweite Quartal gekommen", sagte er. An den Börsen werde es voraussichtlich angesichts der Marktturbulenzen eine hohe Volatilität geben, was grundsätzlich gut für Comdirect
sei. Auch die Baufinanzierung entwickle sich vielversprechend. Bis 2010 will das Institut den Vorsteuergewinn auf 100 Mill. Euro steigern. Mandel hatte im März die Nachfolge von Andre Carls angetreten.

