Höhere Marketing- und Investitionskosten haben den Gewinn des Online-Brokers Comdirect
im ersten Halbjahr stärker gedrückt als von Analysten erwartet.
HB FRANKFURT. Unter dem Strich stand ein Ergebnis von gut 30 Mill. Euro, was einem Minus von drei Prozent entspricht, wie die Tochter der Commerzbank
am Dienstag mitteilte. Der Vorsteuergewinn sank um 15 Prozent auf rund 40 Mill. Euro. Im zweiten Quartal ging das Ergebnis sogar um mehr als 40 Prozent zurück und verfehlte die Analystenerwartungen. "Wir haben in einem schwierigen Börsenumfeld ein ordentliches Ergebnis erzielt", sagte Vorstandschef Michael Mandel.
Für das Gesamtjahr peilt das Unternehmen aus Quickborn bei Hamburg einen Vorsteuergewinn von 70 Mill. Euro an nach mehr als 90 Mill. vor einem Jahr. Für 2010 werden mehr als 100 Mill. Euro angepeilt.
Comdirect
investiert seit einiger Zeit in den Ausbau des klassischen Bankgeschäfts, um sich unabhängiger von den Schwankungen an den Finanzmärkten zu machen. Das traditionelle Kerngeschäft, der Online-Handel mit Wertpapieren, boomt vor allem in unruhigen Börsenzeiten. Die Investitionen in die neuen Bereiche trieben die Kosten im ersten Halbjahr um 19 Prozent nach oben.
Ablesen lässt sich der allmähliche Wandel zur Vollbank mit Giro- und Tagesgeldkonto-Angebot an den Ergebniskomponenten: So stieg der Zinsüberschuss um 41 Prozent auf 82 Mill. Euro und liegt damit deutlich über dem Provisionsüberschuss, der um 15 Prozent auf knapp 66 Mill. Euro schrumpfte.

