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15.05.2008 

Müllers vorsichtige Worte scheinen zumindest einen Teil der 2 500 Zuhörer nicht zu überzeugen. Am Ende stimmt eine Mehrheit gegen einen der geplanten Beschlüsse. Spätestens ab April kommenden Jahres stünden damit Blessing bei einer Kapitalerhöhung gut 170 Millionen Aktien weniger zur Verfügung. Damit startet Blessing mit einer Hypothek.

„Wenn man erwartet, dass die Commerzbank eine aktive Rolle bei der Bankenkonsolidierung spielen soll, dann muss man die Commerzbank auch mit dem notwendigen Geld dafür ausstatten“, hatte Carsten Heise von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) zuvor noch gesagt. Kritiker können sich nun die Frage stellen, ob die Commerzbank-Aktionäre ihr Unternehmen tatsächlich in einer aktiven Rolle sehen wollen.

Trotz der Niederlage bleibt am Ende doch noch genug Raum für Lob und Glückwünsche. „Mein Eindruck ist, dass es der Bank unter ihrer Führung gelungen ist, sich am eigenen Schopfe aus dem Sumpf zu befreien“, meint ein Aktionärsvertreter und verweist auf die längst aufgekauften Konkurrenten HVB oder die Dresdner Bank. „Herr Müller, unter Ihrem Vorsitz hat sich die Bank eindeutig zum Positiven gewandelt“, urteilt ein anderer. Keiner der ans Pult getretenen Anteilseigner versäumt es, dem Manager zu danken. Für kurze Irritation, zumindest beim Sicherheitspersonal, sorgt dann allerdings noch ein Kleinaktionär. Wilm Müller, ein Mann mit einem grauen, langen Bart, stürmt nach seine Redebeitrag auf Müller zu. Er wolle seinem Namensvetter ob des Geleisteten persönlich die Hand schütteln. Der steht auf und nimmt die Glückwünsche lächelnd entgegen. Nach sieben Jahren Kampf kann man sich eben auch einmal feiern lassen.

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