Im Rennen um das deutsche Privatkundengeschäft des US-Instituts Citigroupi st die Deutsche Bank
der letzte nationale Interessent. Die Commerzbank
sei nicht mehr unter den Bietern, erfuhr das Handelsblatt am Freitag aus Finanzkreisen.
Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann zeigt großen Übernahmehunger. Der Einstieg bei der deutschen Citibank könnte nur der Anfang der Expansion sein. Foto: dpa.
HB FRANKFURT. Am vergangenen Mittwoch seien verbindliche Angebote von Deutscher Bank
, Santander
aus Spanien und Credit Mutuel eingegangen. Ein Insider sprach zudem von einer weiteren Offerte. Eine Entscheidung über den Zuschlag noch im laufenden Monat sei möglich.
Die beteiligten Institute lehnten eine Stellungnahme ab. Offen blieb die Höhe der Angebote - Analysten schätzen den Wert der Citibank auf vier bis fünf Mrd. Euro. Finanzkreisen zufolge hat Citigroup
den Bieterkreis nach Abgabe der verbindlichen Angebote aber noch nicht weiter eingeengt.
Grund ist der Unabhängigkeitstag in den USA, an dem das Geschäftsleben traditionell fast komplett zum Erliegen kommt. Es wäre nach Ansicht von Experten mehr als ungewöhnlich, wenn Citigroup
mit mehr als zwei Bietern in die abschließenden Verhandlungen eintreten würde.
Unicredit
-Bankanalyst Andreas Weese sieht die ausländischen Interessenten in einer etwas besseren Position. "Für die Citigroup
zählt vor allem der Preis, und Ausländer wollen hier möglicherweise mehr zahlen als die Deutsche Bank", sagte er.
Die Deutsche Bank
habe jedoch nach wie vor großes Interesse, die Citibank und möglicherweise auch andere Teile der Citigroup
in Europa zu übernehmen, hieß es.
Der deutsche Marktführer würde das auf Konsumkredite spezialisierte Institut voraussichtlich mit der Direktbank-Tochter Norisbank verschmelzen, sagt Analyst Weese. "Das passt gut zusammen und stärkt die Norisbank weiter."
Bei der Commerzbank
hatte sich Ende Ende der Beteiligung am Bieterverfahren bereits seit längerem angedeutet, da diese seit Wochen intensiv über einen Zusammenschluss mit der Allianz-Tochter Dresdner Bank verhandelt. Für Deutschlands zweitgrößtes Geldhaus wächst somit allerdings auch die Gefahr, am Ende der Konsolidierungswelle ohne Partner zu stehen.
Denn am Verkaufsprozess um die Postbank
ist die Commerzbank
nicht beteiligt - Analysten hegen zudem Zweifel, dass sie einen Kauf stemmen könnte. Damit bleibt der Commerzbank
nach jetzigem Stand nur die Fusion mit der Dresdner.

