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04.09.2008 
Börse setzt klare Signale

Commerzbank bleibt langfristig unter Druck

von Anke Rezmer und Christian Schnell

Prügel für die Commerzbank, Applaus für die Allianz: Das Bild, das die internationale Finanzwelt zum Verkauf der Dresdner Bank von der Allianz an die Commerzbank abgibt, ist zwar nicht ganz eindeutig, es gibt jedoch eine klare Tendenz. Und die lautet folgendermaßen.

Commerzbank-Logo vor der Institutszentrale in Frankfurt. Foto: apLupe

Commerzbank-Logo vor der Institutszentrale in Frankfurt. Foto: ap

FRANKFURT. Die Tendenz in wenigen Worten: Gut, aber teuer. Für manche der Analysten und Fondsmanager gar zu teuer. Die Commerzbank-Aktie musste deswegen seit der Bekanntgabe des Deals am späten Sonntagabend eine Reihe von Herabstufungen hinnehmen, umgekehrt ist das Ansehen der Allianz-Aktie deutlich gestiegen.

Kern der Kritik ist die erhebliche finanzielle Belastung von 9,8 Mrd. Euro, die die Commerzbank stemmen muss und die von ihren Aktionären einen langen Atem verlangt. "Erst ab 2012 dürfte sich die Transaktion positiv auf die Gewinnentwicklung auswirken", sagt Alexander Hendricks von der Deutschen Bank. Dabei sind die erheblichen Risiken, die bis dahin während der Integration der Dresdner bei der Commerzbank auftreten können, noch gar nicht mit einbezogen.

Kritisch sehen es Analysten auch, dass die Übernahme in zwei Tranchen aufgeteilt ist. Speziell die zweite, bei der die restlichen knapp 40 Prozent an die Commerzbank übergehen, beschäftigt die Experten. Als positiv werten die Wertpapierexperten, dass ein großer Teil des Kaufpreises mit Commerzbank-Aktien bezahlt wird. "Insofern ist der Einfluss auf die Kernkapitalquote neutral oder sogar leicht positiv", sagt Jeremy Sigee von der Citigroup. Zumal hier als Basis ein Kurs von 20,80 Euro je Aktie festgelegt ist, was rund 15 Prozent über dem aktuellem Commerzbank-Kurs liegt. Für die zweite Tranche, die über eine Kapitalerhöhung finanziert werden soll, gibt es jedoch noch keinen Basispreis. "Das verbleibende, noch nicht gepreiste Paket von 65,4 Mill. Aktien dürfte fortlaufend Druck auf die Commerzbank-Aktie ausüben", sagt Andreas Schäfer von der WestLB.

In der Summe hat die Commerzbank-Aktie seit Bekanntgabe des Deals rund 1,5 Mrd. Euro oder zwölf Prozent an Börsenwert verloren. Er liegt derzeit nur noch bei rund 11,7 Mrd. Euro. Vereinzelt halten das Analysten wie Michael Seufert von der NordLB für zu viel. Weshalb er zu den wenigen gehört, die jetzt in die Offensive gehen und zum Kauf der Aktie rät.

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