Commerzbank: Blessing boxt Stellenabbau durch

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Blessing boxt Stellenabbau durch

Commerzbank-Chef Blessing kommt mit seiner Schrumpfkur voran. Führung und Betriebsrat einigen sich, über 5.000 Stellen bei Deutschlands zweitgrößtem Geldhaus zu streichen. Der Gesamtbetriebsrat muss noch zustimmen.
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FrankfurtBeim geplanten Stellenabbau in der Commerzbank ist eine Einigung zwischen Vorstand und Arbeitnehmervertretern so gut wie unter Dach und Fach. Die Bank will danach konzernweit mehr als 5000 Stellen abbauen, erfuhr das Handelsblatt von zwei mit den Verhandlungen vertrauten Personen. Ende März beschäftigte die Bank konzernweit etwa 54.000 Menschen. Das Institut wollte die Informationen nicht kommentieren.

Den Durchbruch brachte eine einwöchige Klausurtagung vergangene Woche in Bonn. „Die Verhandlungen waren erfolgreich“, war in der Bank zu hören. Über das Ergebnis wird der Gesamtbetriebsrat an diesem Dienstag und Mittwoch beraten. „Geplant ist, dass dann am Mittwoch darüber abgestimmt wird“, hieß es. Ein endgültiger Beschluss steht damit zwar noch aus, er gilt aber als sehr wahrscheinlich.

Der Abbau von Arbeitsplätzen ist ein wichtiger Baustein, mit dem die Bank bis 2016 wieder nachhaltig profitabel werden will. Neben hohen Investitionen gehört zur Strategie auch, die Kostenbasis des Instituts stabil zu halten. Dazu will die Bank Personal abbauen.

Seit Februar hatte das Management des Instituts deshalb mit den Betriebsräten um die Details des Stellenabbaus gerungen. Für die Kosten des Stellenabbaus hat die Bank bereits im ersten Quartal dieses Jahres Rückstellungen in Höhe von knapp 500 Millionen Euro gebildet.

Die Zahl von mehr als 5000 Arbeitsplätzen, die in den nächsten Jahren entfallen sollen, bezieht sich auf den Gesamtkonzern, der Ende März noch etwa 54.000 Mitarbeiter beschäftigte. In dieser Gesamtzahl sind also auch die etwa 500 Stellen enthalten, die bei der Commerzbank-Tochter Frankfurter Hypothekenbank, der früheren Eurohypo, wegfallen. Angaben darüber, wie viele der Stellen bei der Commerzbank AG selbst wegfallen, die 41.000 Menschen beschäftigt, wollten Verhandlungsteilnehmer nicht machen. Eine Sprecherin der Gewerkschaft Verdi bezeichnete die Zahl und die dahinter stehende Strategie als unerklärlich. Ausführlich wolle sich Verdi nach der Sitzung des Gesamtbetriebsrats am Mittwoch äußern.

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Sanierung brockt der Bank einen Verlust ein

Kommentare zu " Commerzbank: Blessing boxt Stellenabbau durch"

Alle Kommentare
  • Moin moin, was die Entlassungen betrifft, trifft es doch wieder die Falschen. Wann werden denn die wirklichen Kostenträger ( AT-Mitarbeiter mit dicken Bonizahlungen entlassen?) Was ist aus die-
    ser Bank geworden? Kaufe noch Aktien für 1,40 hinzu. Wo stehen jene
    heute? Da kann man das Geld doch gleich zum Fenster hinausschmeißen.

  • Man muss es nicht bedauern, wenn gerade im Privatkundengeschäft Stellen abgebaut werden. Nach meiner Kenntnis laufen gegen keine andere Bank so viele Klagen wegen Falschberatung. Ich habe es selbst im engsten Umfeld erlebt (Empfehlung von Schiffsfonds an Rentner, ein Dachfonds von Immobilienfonds etc.) Insoweit ist es doch eine marktwirtschaftliche Bereinigung, wenn ein Anbieter, der Kundeninteressen in der Vergangenheit in einem solchen Ausmass ignoriert hat, nun zurückstecken muss.

  • Mitarbeiterabbau...
    ...ist sicher in der Wirtschaft normal und eigentlich kein Drama. Wir haben ja hierzulande Fachkräftemangel. Schwierig wird es nur, wenn die Aussortierten ein gewisses Lebensalter erreicht haben. Dann finden sie nämlich keinen neuen Job mehr und können alle Ersparnisse aufzehren, auf HartzIV warten und sich dann bei Eintritt des Rentenalters die Kugel geben. Wäre eigentlich nicht nötig, wenn man in der Wirtschaft auch älteren Arbeit Suchenden eine Chance gäbe. Die sind weder dumm, noch faul, noch gefräsig. Aus diesem Grund wird sich jeder ab einem bestimmten Alter an einen Arbeitsvertrag klammern.

  • Der effektivste Stellenabbau wurde leider vergessen:

    Es handelt sich dabei um einen leitenden Angestellten, der verblüffende Ähnlichkeit mit dem Vorstandschef besitzt.

  • Braucht man wirklich die Commerzbank?

    Sparkasse, Volksbank und von mir aus 2-3 private Häuser reichen.

    Von mir aus sollte man diesen Steuergeldfresser Coba dichtmachen und die comdirect dafür behalten.

    P.S.: Nur so am Rande - die Coba beschäftigt mehr denn je externe IT-Kräfte, Berater und andere mit üppigen Tagessätzen.

  • Mitarbeiter-Abbau wie bei der COBA ist ein ganz normaler und auch notwendiger Vorgang in einem laufenden Strukturwandel. Das geht nur in die Betonköpfe der Gewerkschafter nicht hinein, die meinen, Geld und Gewinne kämen aus der Steckdose....

    Als Industriearbeiter kenne ich dies seit Jahrzehnten. Bei uns nennt man dies die 'atmende Fabrik', die ihren Personalstand anpassen muß, wenn die Auftragslage schwankt.

    Zu wünschen wäre, daß diese 'atmende Fabrik' auch endlich bei den Staatsbediensteten praktiziert wird, da deren Strukturen natürlich auch einem ständigen Wandel unterliegen (z. B. wenn Aufgaben wegfallen und privatisiert werden...).

    Dann wäre endlich ein Optimierungsprozess auch bei den Beamten möglich, der in Steuersenkungen umgesetzt werden kann !

  • Diese Commerzbank ist ein irrer Laden. In Baden-Baden unterhält sie seit der Übernehme der Dredner Bank 2 große Geschäftsstellen mit doppelter Personalstärke: Die beiden Banken sind ca.60 m voneinander entfernt. Das versteht kein Mensch. Dafür gibt es keinen Kalender um die Überweisungen auszufüllen. Dieser Umstand wird seit Jahren moniert, ohne jeden Erfolg. Auf Beschwerde über CoBank Stuttgart mit Kopien an Frankfurt und Baden-Baden kam nie eine Antwort.
    Da dürfen sie sich nicht wundern , wenn die Leute von den Banken nichts mehr wissen wollen. Ich mache nur noch das Nötigste dort.

  • Wieder werden Mitarbeiter entlassen! Wieder stimmen die gewerkschaften/Betriebsräte zu! Erhalten Sie dafür auch Boni? Warum sind sie nicht gegen Personalabbau und verlangen Wiedergutmachung vom Management, der für sein Versagen sich ja noch Boni nahm?

  • Logisch.

    Wie will er sein Gehaltsniveau halten, wenn auch noch 5000 kleine Angestellte bezahlt werden müssen....

    Auf dem weiteren Weg zum Pennystock braucht er kein Personal.

  • and goes on...
    Gewinne privatisieren, Verluste verstaatlichen.
    Ich zitiere aus "Das Lied vom Klassenfeind": "Denn sie leben von uns und verrecken,
    wenn wir nicht mehr die Kulis sind." Es wäre so einfach.

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