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30.08.2005 
Handelsblatt-Gespräch

Commerzbank-Chef fordert Waffengleichheit zwischen privaten und öffentlichen Banken

Der Vorstandschef der Commerzbank, Klaus-Peter Müller, fordert von der Politik, Waffengleichheit zwischen den privaten und den öffentlich-rechtlichen Banken zu schaffen. So könnten im europäischen Maßstab wettbewerbsfähige Institute entstehen, sagte er dem Handelsblatt (Mittwochausgabe).

DÜSSELDORF. “Es ist doch nicht nachzuvollziehen, dass öffentlich-rechtliche Institute private Banken kaufen dürfen, die gegenteilige Variante aber verschlossen bleibt“, sagte Müller. Das langjährige CDU-Mitglied setzt seine Hoffnung auf die Kanzlerkandidatin der Union, Angela Merkel. „Ich glaube, dass Frau Merkel auf diesem Sektor aufgeschlossener ist als viele Ministerpräsidenten. Man kann ihr nur wünschen, dass sie sich auch durchsetzen kann“, sagte Müller.

Für seine eigene Bank will Müller eine starke Position erarbeiten, sollte es zu Übernahmeverhandlungen mit einem europäischen Wettbewerber kommen. „Ich sehe meine Aufgabe für die Commerzbank darin, in möglichst kurzer Zeit eine möglichst nachhaltige Ertragsqualität herzustellen. Das bedeutet, dass wir - ganz egal was auch passieren mag - ein starker Partner am Tisch wären“, sagte Müller. „Derzeit gibt es aber keine Gespräche. Wir gehen nicht aktiv auf mögliche Partner zu. Aber ich möchte bei Bedarf die Möglichkeit haben, dies zu tun“, fügte er hinzu.

Seit Wochen gibt es Gerüchte über einen möglichen Commerzbank-Käufer aus dem Ausland. Schließlich ist die Commerzbank derzeit die einzige deutsche Großbank, die für einen Einstieg in den deutschen Markt tatsächlich zu Verfügung steht. Einer innerdeutschen Lösung - etwa durch eine Fusion mit dem Branchenprimus Deutsche Bank - erteilte Müller eine klare Absage: “Diese Forderung - regelmäßig von politischer Seite erhoben - verkennt die Realitäten. Die Geschäftsmodelle dieser Banken sind sehr unterschiedlich. Die Commerzbank ist eine stark mittelständisch geprägte Bank. Das soll heißen, man muss zueinander passen.“

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