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01.09.2008 
Bewegung bei deutscher Bankenbranche

Commerzbank: Im Kampf um den Platz eins

von Nicole Bastian und Robert Landgraf

Es dürften die Einser-Positionen sein, die Commerzbank-Chef Martin Blessing die Übernahme der Dresdner Bank so attraktiv erscheinen lassen. Auch wenn sie nach Bilanzsumme weiter die klare Nummer zwei hinter der Deutschen Bank ist, steigt das neue Institut im inländischen Bankgeschäft in einigen Kategorien an die Spitze auf.

 Quelle: apLupe

Quelle: ap

FRANKFURT. Mit geschätzt elf Prozent hat nach der Fusion von Commerzbank und Dresdner Bank keine einzelne Bank mehr Marktanteil bei der Kreditvergabe in Deutschland, keine mehr Filialen hierzulande.

Dennoch bleibt die Konkurrenz gelassen - und das hat mehrere Gründe. Zum einen warten einige Wettbewerber nur auf die Chance, Vorteile daraus zu ziehen, wenn die Commerzbank erst einmal mit der Integration der Dresdner Bank beschäftigt ist. Von 1 540 Filialen, die die Commerzbank nach der Übernahme der Dresdner insgesamt hat, sollen 340 geschlossen werden.

Videomitschnitte von der Pressekonferenz in Frankfurt:

Rede von Allianz-Chef Diekmann

Rede von Commerzbank-Chef Blessing

Rede von Dresdner-Chef Walter

Sowohl bei den Privatkunden, aber vor allem bei den mittelständischen Unternehmenskunden gibt es Überschneidungen bei Dresdner und Commerzbank. Da es einem Unternehmen aber oft gerade darum geht, sich mit mehreren Banken weniger abhängig von einem einzelnen Institut zu machen, hoffen die Wettbewerber der beiden Fusionskandidaten auf neue Kundschaft. Wie sich die Einser-Positionen nach einer vollständigen Integration der Dresdner darstellen, wird am Ende mit über den Erfolg oder Misserfolg des Milliardendeals entscheiden.

Der zweite Grund für die Gelassenheit der Konkurrenz ist, dass die Großübernahme zwar ein wichtiger Konsolidierungsschritt für den deutschen Bankenmarkt ist, der fusionierte Bankenriese aber immer noch keine übermäßige Marktmacht in Deutschland hat. "Es wäre eine positive Tendenz, wenn wir neben der Deutschen Bank eine wirkliche zweite Großbank in Deutschland bekommen", sagt Martin Emmerich, der bei der Unternehmensberatung Towers Perrin den Bereich Finanzdienstleistung leitet.

Eine Hoffnung vieler Branchenexperten ist, dass ein Institut mit starker Basis auf dem Heimatmarkt irgendwann auch international mehr Gewicht an den Tag legen kann. Derzeit ist die Commerzbank - ganz anders als die Deutsche Bank, die nur ein gutes Viertel ihrer Erträge in Deutschland erwirtschaftet - zum weitaus größten Teil vom deutschen Markt abhängig - oder in ihm verwurzelt. Bei anderen europäischen Großinstituten wie der Unicredit war die starke Stellung auf dem Heimatmarkt der Ausgangspunkt zu einer größeren internationalen Bedeutung.

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