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22.12.2008 
Staatliche Kapitalhilfe

Commerzbank muss für Staatskredit mehr zahlen

Die Commerzbank muss für die staatlichen Kapitalhilfen tiefer in die Tasche greifen als geplant. Die zum Jahresende gewährte stille Einlage von 8,2 Mrd. Euro werde mit neun Prozent jährlich verzinst, teilte die Bank am Freitagabend mit. Im Gegenzug für die Geldspritze vereinbarte die Bank mit dem Soffin ein Kreditprogramm für den Mittelstand.

Die Commerzbank ist die erste deutsche Geschäftsbank, die sich über den Rettungsfonds Kapital verschafft. Foto: apLupe

Die Commerzbank ist die erste deutsche Geschäftsbank, die sich über den Rettungsfonds Kapital verschafft. Foto: ap

Reuters/dpa FRANKFURT. Darauf hat sich das Institut mit dem Sonderfonds Finanzmarktstabilisierung (Soffin) geeinigt. Bisher war die Bank von sieben Prozent Zinsbelastung ausgegangen.

Die Zinsen liegen damit nun am oberen Ende des von der EU-Kommission geforderten Korridors. Die Wettbewerbsbehörde verlangt, dass die Staatshilfen mit 7,0 bis 9,3 Prozent verzinst werden.

Die Commerzbank ist die erste deutsche Geschäftsbank, die sich über den Rettungsfonds frisches Kapital besorgt. Dabei akzeptiert das Institut auch Begrenzungen bei den Managergehältern. Durch die Finanzkrise und die Belastungen aus dem Kauf der Dresdner Bank war die Kapitaldecke der Commerzbank bis Ende September auf international vergleichsweise niedrige 7,3 Prozent geschrumpft. Die Quote soll durch die staatliche Hilfe auf knapp elf Prozent steigen. Dies ist ein Niveau, mit dem sich die Bank international sehen lassen kann. Auf die Geschäftspolitik soll der Staat als neuer Teilhaber keinen direkten Einfluss nehmen

Das Geld fließt nun in einem Zug. Ursprünglich war das Institut davon ausgegangen, dass die 8,2 Mrd. Euro in zwei Tranchen aufgeteilt werden: Für die erste sollten 8,5 Prozent Zinsen gezahlt werden und für die zweite 5,5 Prozent. Das war der EU allerdings zu wenig. Bei der zweiten Tranche sollte der Staat außerdem bis zu 150 Prozent des geliehenen Betrags erhalten. Nach der jetzigen Vereinbarung entfällt dies, die Rückzahlung erfolgt zum Nominalwert. Dies wiederum reduziert die langfristige Zinsbelastung.

Entfallen ist auch die Kopplung an den Aktienkurs. Vorgesehen war bisher, dass der Rückzahlungsbetrag von der Wertentwicklung der Commerzbank-Aktie abhängen sollte. So hätte die Bank zum Beispiel bei einem Anstieg des Aktienkurses von zuletzt 6,23 auf 14 Euro und Rückzahlung des Geldes Ende 2009 ganze 20 Prozent mehr zahlen müssen. Die Schwelle für höhere Zahlungen lag bei zehn Euro je Aktie. Nach Angaben eines Sprechers treibt die neue Regelung die Kosten für die Bank daher nicht unbedingt nach oben.

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