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15.06.2008 

Auf Widerstand stoßen die Fusionspläne bei Gewerkschaftern und Betriebsräten. "Bisher ist die Commerzbank auch allein ganz gut zurechtgekommen, selbst in schwierigen Zeiten. Vorstandsmitglied Achim Kassow hat doch gerade erst die gute Ergebnisentwicklung im Privatkundengeschäft herausgestellt", sagte Commerzbank-Aufsichtsrat Uwe Tschäge, der dem Betriebsrat der Bank vorsteht, dem Magazin "Euro am Sonntag". Die Gewerkschaft Verdi befürchtet den Abbau von 20 000 Stellen, sollte es zu einer Dreierfusion kommen. "Wenn so etwas ansteht, werden wir auf die Politik und auf die Vorstände Druck machen", hatte Verdi-Fachgruppenleiter und Postbank-Aufsichtsrat Gerd Tausendfreund gedroht. Die Gewerkschaft werde versuchen, Jobgarantien oder Sozialtarifverträge durchzusetzen.

Ein Zusammenschluss von Commerzbank und Dresdner Bank wäre der größte Bankendeal in Deutschland seit dem Verkauf der Münchener HVB an die italienische Unicredit vor drei Jahren. Die Commerzbank gilt mit einem Börsenwert von 13 Mrd. Euro als zu klein, um ohne Partner mittelfristig eine gewichtige Rolle spielen zu können. Die Gespräche zwischen Frankfurt und München sind offenbar weit gediehen: Am Freitag erfuhr Reuters von einem Commerzbank-Aufsichtsrat, dass beide Institute sich bereits in die Bücher schauen. "Das ist ein Zeichen der besonderen Ernsthaftigkeit dieses Prozesses", hatte es geheißen.

Neben der Postbank und der Dresdner dürfte ein weiteres Institut über den Ladentisch gehen: Der deutsche Ableger der Citigroup könnte rascher als die Postbank den Eigner wechseln, da die krisengeplagte US-Großbank ihre Kassen füllen will. "Es wird keine monatelange Hängepartie geben", hatte Reuters von einem Insider erfahren. Bis Mitte Juni werde entschieden, welche Interessenten Einblick in die Citibank-Bücher bekommen. Dann werde es nur noch rund einen Monat dauern, bis ein Käufer gefunden sei.

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