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01.09.2008 
Zusammenschluss der Kreditinstitute

Commerzbank und Dresdner Bank: Verunsicherung allerorten

von Kora-Cora Krause

Wie Mitarbeiter und Kunden von Commerzbank und Dresdner Bank auf das Zusammengehen der beiden Institute reagieren. Ein Rundgang in der Finanzmetropole Frankfurt.

FRANKFURT. Montagmorgen, Dresdner Bank-Filiale Frankfurt, Alte Oper: Ein blondes Mädchen sitzt auf dem Beraterstuhl. Sie ist Auszubildende bei der Dresdner Bank. Neben ihr sitzt ein junger Kundenberater, der das Beratungsgespräch begleitet. Schnell kommt die Konversation auf die Fusion mit der Commerzbank und nun führt der junge Mann das Wort. "Ich bin zu jung um auf Neues verschlossen oder negativ zu reagieren", kommentiert er seine Sicht auf die Übernahme. Immerhin sei es auch eine Chance für ein neues größeres Institut zu arbeiten. Und mit Globalisierung sei er schließlich aufgewachsen.

Einzelheiten der Übernahme erfahre er nur aus der Presse, beklagt er. Daher kann er sich über die Folgen und die Entwicklung der kommenden Monate noch kein Bild machen. "Mir macht die Übernahme keine Angst", versucht er sich zu beruhigen - und seine junge Kollegin. Der Berater schaut auf die Frankfurter Alte Oper. Genau gegenüber befindet sich eine Filiale der Commerzbank. "Gegebenfalls begrüße ich Sie als Berater eben da drüben, Sie müssen dann nur in ein anderes Gebäude aufsuchen." Fragen zu den Plänen nach der Übernahme sorgen im Haus auf der anderen Seite für gereizte Stimmung. Die Filialleiterin der Commerzbank scheint merklich angespannt und möchte sich zur Dresdner Bank nicht äußern.

Eine Stunde später, Frankfurt, Kaiserstraße: Eine adrette blonde Coba-Beraterin im mittleren Alter berichtet offen über ihre Gefühle nach Bekantgabe der Übernahme. Sie arbeitet in einer Niederlassung auf der Frankfurter Kaiserstraße. "Ich habe davon gestern Nachmittag in der Hessenschau erfahren. Ich hatte ein mulmiges Gefühl. Immerhin wird die Übernahme um die 9 500 Arbeitsplätze kosten. Ein herber Schlag für die Mitarbeiter auf beiden Seiten." Auf der sich knapp einen Kilometer ziehenden Kaiserstraße befinden sich insgesamt fünf Commerzbank - und Dresdner-Filialen im Abstand von wenigen hundert Metern. "Da kommt es sicherlich zu Einsparungen." Noch größere Bedenken hegt die Commerzbank-Mitarbeiterin bei der Zusammenlegung von Filialen auf dem Lande. "Kunden müssen künftig viele Kilometer Autofahrt in Kauf nehmen." Sie erwartet: "Konditionen werden sich künftig angleichen. Sprich: es ist egal ob Sie künftig Kunde der Dresdner oder der Coba werden."

Mittags, vor einem Starbucks im Schatten des Commerzbank-Towers diskutieren zwei Dresdner-Bank-Kunden kaffeeschlürfend die Übernahme. "Mein erster Gedanke war, da gehen jetzt zu Gunsten einer Profitsteigerung Tausende Arbeitsplätze flöten", empört sich Michael Pusch im Gespräch mit seinem Arbeitskollegen. Der Kollege Thomas Habicht erwidert: "Die Coba rückt jetzt auf Platz zwei der deutschen Banken, das ist gut für den Finanzplatz, nutzt dem Kunden aber wenig."

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