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12.06.2008  | Aktualisiert 24.06.2008, 14:32 Uhr 

Zudem gibt es unter Branchenexperten Zweifel, ob die Frankfurter den Kauf der Postbank – trotz genehmigter Kapitalmaßnahmen in zweistelliger Milliardenhöhe – überhaupt stemmen könnten. Mit 9,9 Mrd. Euro bewertet die Börse das Bonner Institut kaum niedriger als die Commerzbank, deren Marktkapitalisierung aktuell bei 12,4 Mrd. Euro liegt. Und es gilt als wahrscheinlich, dass ein Postbank-Erwerber eine Prämie von 20 bis 30 Prozent auf den Kurs zahlen müsste.

Die Fusion von Commerzbank und Dresdner, aber auch ein Dreierbündnis wären folglich sowohl für Blessing als auch für Diekmann ein Befreiungsschlag. „Derzeit will jeder möglichst viele Bälle in der Luft halten, um am Ende zu sehen, was die beste Kombination ist“, sagt ein Insider.

So ist die Commerzbank etwa auch im Bieterrennen um das deutsche Privatkundengeschäft des US-Instituts Citigroup dabei. Dieser Deal wäre deutlich einfacher umzusetzen, während die Dreierfusion wegen der Komplexität ein Mammutprojekt ist. Rein rechnerisch hätte ein solches Haus knapp 85 000 Mitarbeiter und eine Bilanzsumme von rund 1,1 Billionen Euro.

Der Widerstand der Gewerkschaften ist ohnehin programmiert – sie befürchten den Abbau von bis zu 20 000 Stellen. Doch ausgeschlossen scheint der „Mega-Merger“ keineswegs. „Wir haben den Eindruck, dass die Dreierkonstellation viel wahrscheinlicher ist, als man das vor ein paar Wochen noch eingestuft hat“, sagt Sal.-Oppenheim-Analyst Carsten Werle.

In einem solchen Szenario würde möglicherweise auch die derzeit geplante Aufspaltung des Dresdner-Bank-Geschäfts in zwei Bereiche – Privat- und Firmenkunden sowie Investment-Banking – überflüssig. Sollte die Dresdner nämlich nur noch die Investmentbank behalten, könnte sich die Bonitätsnote des Instituts verschlechtern, hieß es in Finanzkreisen. Die Abspaltung sei somit eher unrealistisch. In den laufenden Gesprächen werde deshalb eine Fusion der kompletten Dresdner Bank favorisiert.

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