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02.05.2006 
Interne Strategiedebatte

Converium kämpft um gute Noten

von Oliver Stock

Der Schweizer Rückversicherer Converium bemüht sich um eine bessere Note bei den Ratingagenturen. „Wir hoffen, dass sich unser Rating noch in diesem Jahr verbessert“, sagte die neue Konzernchefin Inga Beale dem Handelsblatt.

ZÜRICH. Die Bonität des Rückversicherers wird von der Agentur Standard & Poor’s derzeit mit „BBB+“ eingestuft, was seine Position im Verhältnis zu Kunden und Kapitalgebern schwächt. Zwar handelt es sich um ein Rating, das immer noch in der besten Klasse Investmentgrade liegt. Doch die Wettbewerber verfügen über bessere Ratings. Converium schließt traditionell drei Viertel seines Prämiengeschäfts bei den alljährlichen Erneuerungsrunden der Branche zum 1. Januar ab. Beale machte deutlich, dass sich der Entwicklungsprozess von Converium erheblich verlangsamen würde, wenn sich bis dahin das Rating nicht verbessere.

Der Rückversicherer hat zwei turbulente Jahre hinter sich, nachdem er 2004 seine Reserven für das US-Geschäft überraschend verstärken musste. Es gelang dem Konzern, der vor fünf Jahren vom Finanzdienstleister Zürich Financial Services abgespalten und an die Börse gebracht worden war, mit Hilfe einer Kapitalerhöhung zu überleben. Der damalige Konzern- und sein Finanzchef sind inzwischen aus dem Unternehmen ausgeschieden. Die Ratingagenturen senkten den Daumen über Converium, der Rückversicherer verlor seine „A“-Note. Damit kommt er für einige Erstversicherer als Geschäftspartner nicht mehr in Frage. Hilfreich war auch nicht, dass Converium anschließend die Ergebnisse für mehrere zurückliegende Geschäftsjahre überarbeiten musste und sich nach dem Jahreswechsel mit Terry Clarke auch der zweite Konzernchef innerhalb von 18 Monaten verabschiedete.

Inga Beale hat ihre Aufgabe im Februar übernommen. „Sie hatte einen guten Start“, sagt Marcus Rivaldi, Analyst bei Standard & Poor’s in London, einer der Ratingagenturen also, deren Urteil für Converium so wichtig ist. Sie konnte im März die Rückkehr des Konzerns in die Gewinnzone verkünden. Nach einem Verlust von 582,5 Mill. Dollar im Jahr 2004 hatte Converium 2005 mit 68,7 Mill. Doller wieder schwarze Zahlen geschrieben. Wichtig sei, dass jetzt Kontinuität herrsche, stellt Rivaldi fest und meint damit nicht zuletzt auch die Besetzung der Führungsetage. Gefahr könnte dabei vom umtriebigen Schweizer Financier Martin Ebner drohen, der zu den größeren Aktionären bei Converium zählt. „Ich will langfristig im Fahrersitz bleiben“, sagt Beale dazu. Sie will auch eine zweite Forderung der Analystengemeinde erfüllen: Das Geschäft in den USA, das seit dem Debakel von 2004 abgewickelt wird, soll so bald wie möglich aus den Büchern verschwinden. Derzeit belaufen sich die US-Verpflichtungen noch auf 1,1 Mrd. Dollar. Ende des Jahres will Beale diese Summe auf 700 bis 800 Mill. reduziert haben.

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