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10.08.2006 
Expanison

Crédit Agricole peilt den Balkan an

Die französische Großbank Crédit Agricole will die jüngst zugekaufte griechische Bank Emporiki als Wachstumsplattform für andere Länder nutzen.

HB PARIS. „Die Bank hat in Bulgarien, Rumänien und Albanien Niederlassungen. In diesen drei Ländern ist Crédit Agricole nicht präsent. Wir wollen diese Position entwickeln“, sagte Jean-Frédéric de Leusse, Mitglied im Exekutiv-Komitee von Crédit Agricole und zuständig für die Entwicklung des Auslandsgeschäfts, der Handelsblatt-Partnerzeitung „La Tribune“. Hierbei denkt er prinzipiell an den Ausbau des Privatkundengeschäfts und hierbau insbesondere an den Bereich der Konsumentenkredite.

Am Mittwoch teilte die Großbank mit, dass die Übernahmeofferte für die fünftgrößte Bank Griechenlands erfolgreich war; die Franzosen halten nunmehr knapp 72 Prozent am Kapital der Emporiki Bank. Dank des Zukaufs ist Crédit Agricole bei der geplanten Auslandsexpansion einen großen Schritt weiter. „Mit Emporiki steigt der Anteil der Einnahmen aus dem Ausland von 35 auf 42 Prozent“, sagte de Leusse. Als Ziel hatte sich die Bank gesetzt, bis 2008 eine Auslandsquote von 50 Prozent zu erreichen. Bis dahin will die Bank rund fünf Mrd. Euro in Zukäufe investieren. Laut de Leusse hat Crédit Agricole davon bereits knapp vier Mrd. Euro ausgegeben. Allein der Kauf der Emporiki kostet die Franzosen rund 3,3 Mrd. Euro.

Finanzexperten werten dies aber nicht als Zeichen dafür, dass die französische Großbank nun ihre Suche nach geeigneten Auslandsobjekten einstellen wird. Die fünf Milliarden seien stets als Untergrenze zu verstehen gewesen, bei Gelegenheiten seien auch größere Zukäufe weiter möglich, heißt es.

De Leusse bekräftigte, dass sein Haus einer möglichen Fusion der Banca Intesa mit einer anderen italienischen Bank positiv gegenüber stehe. Die Franzosen halten 18 Prozent am Kapital der italienischen Großbank. Auf keinen Fall wolle sich Crédit Agricole aus dem italienischen Markt zurückziehen. „Wir wollen vielmehr unsere Aktivitäten dort ausbauen“, sagte de Leusse zu „La Tribune“.

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