Dank Reedereifusion: HSH Nordbank baut Schiffskredite ab

Dank Reedereifusion
HSH Nordbank baut Schiffskredite ab

Die Hamburger Reedereien MPC und Thien & Heyenga bauen ihre Reedereisparte aus und übernehmen die traditionsreiche Ahrenkiel-Gruppe. Von der Fusion profitiert auch die angeschlagene HSH Nordbank.
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FrankfurtDie HSH Nordbank baut ihren Bestand an ausfallgefährdeten Schiffskrediten vor dem anstehenden Stresstest der europäischen Aufsichtsbehörden ab. Die Hamburger Reedereien MPC und Thien & Heyenga kündigten am Dienstag die Übernahme der traditionsreichen Ahrenkiel-Gruppe an, die sich Finanzkreisen zufolge rund 400 Millionen Euro von der HSH geliehen hat.

Innerhalb eines Jahres wollen die neuen Eigentümer rund 100 Millionen Euro refinanzieren und der HSH zurückzahlen, wie zwei mit dem Deal vertraute Personen sagten. Die Rückzahlung der anderen ausstehenden Gelder hänge dann von der Entwicklung der Flotte und der Schifffahrtsmärkte ab.

Die Schifffahrt steckt wegen Überkapazitäten, gestiegener Treibstoffkosten und des mauen Welthandels seit sechs Jahren in der Krise. Besonders kleine Reedereien leiden darunter, viele haben bereits Insolvenz angemeldet. MPC, Thien & Heyenga und Ahrenkiel könnten durch den Zusammenschluss zu einer größeren Einheit die Verwaltungskosten drücken und im Einkauf sparen, sagte Constantin Baack der Nachrichtenagentur Reuters. Er ist Geschäftsführer der neuen Gruppe, die Ahrenkiel Steamship heißt und 62 Schiffe betreut. Zusammen mit dem Hamburger Partner Buss managt Ahrenkiel Steamship nun 139 Schiffe.

Die HSH habe bei dem Zusammenschluss eine entscheidende Rolle gespielt, erklärten die Unternehmen. Auch die Bank wird davon Finanzkreisen zufolge profitieren: Sie wird nun mehr Geld bekommen, als das Institut durch einen Verkauf der Schiffskredite am Markt hätte erzielen können. Die HSH ist seit langem dabei, ihr zuletzt 23 Milliarden Euro schweres Schifffahrtsportfolio abzubauen.

2013 hatte sie bereits zehn von der Pleite bedrohte Tanker und Containerschiffe mit einem Kreditvolumen von 300 Millionen Euro an die Großreederei Navios losgeschlagen. Die Commerzbank verkaufte kürzlich ebenfalls eine Paket ausfallgefährdeter Schiffskredite.

Deutsche Banken gehören weltweit zu den größten Geldgebern der Schifffahrt. Experten gehen davon aus, dass die europäischen Aufsichtsbehörden die Schifffahrtsportfolien beim angelaufenen Gesundheitscheck für europäische Großbanken besonders genau unter die Lupe nehmen werden. Ein Bilanzcheck läuft seit Ende 2013. Ab Mai folgt dann ein Stresstest, in dem geprüft wird, wie sich die Banken in einer neuen Krise schlagen würden. Institute wie die HSH und die NordLB, die stark in der Schifffahrt aktiv sind, stehen bei den Tests besonders im Fokus.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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