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07.11.2007 
Finanzkrise

Das „Eine-Billion-Dollar-Problem“

von Torsten Riecke und Michael Maisch

Das Ende der weltweiten Bankenkrise ist nicht absehbar: Neben Merrill Lynch und Citigroup steht in den USA jetzt auch Morgan Stanley im Blickpunkt. Analysten rechnen mit Abschreibungen der Investmentbank bis zu sechs Milliarden Dollar. Doch die Krise könnte noch viel weitere Kreise ziehen.

Von der Krise erfasst: die Investmentbank Morgan Stanley Foto: apLupe

Von der Krise erfasst: die Investmentbank Morgan Stanley Foto: ap

NEW YORK/LONDON. Die großen US-Banken müssen sich nach Berechnungen von Analysten auf weitere Abschreibungen in Milliardenhöhe gefasst machen. Nach Merrill Lynch und Citigroup steht jetzt Morgan Stanley im Brennpunkt. David Trone, Bankanalyst beim Investmenthaus Fox-Pitt Kelton, schätzt den Korrekturbedarf bei der Investmentbank auf bis zu sechs Mrd. Dollar.

"Wir raten dazu, die (Aktie) zu meiden, bis das Management mehr Zahlen offen legt", schreibt der Experte. Die Bank lehnte eine Stellungnahme zu dem Bericht ab. Die Aktie ging in New York um fast drei Prozent nach unten. Andere Finanzwerte verloren ebenfalls weiter an Boden.


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Auch bei der schwer gebeutelten Citigroup stehen offenbar weitere Korrekturen an. So gehen die Kreditanalysten von Creditsights davon aus, dass die größte US-Bank noch einmal 2,7 Mrd. Dollar auf ihr Portfolio abschreiben muss. Citi hatte Anfang der Woche bereits Wertberichtigungen von bis zu elf Mrd. Dollar auf strukturierte Finanzprodukte signalisiert. Im Mit-telpunkt stehen dabei so genannte Collateralized Debt Obligantions (CDOs). Dabei handelt es sich um einen Pool von Anleihen unterschiedlicher Güte, die meist mit Forderungen aus Hypothekendarle-hen unterlegt sind.

Die CDOs könnten auch den großen Brokerhäusern an der Wall Street noch zu schaffen machen. Nach Angaben von Creditsights drohen neuerliche Abschreibungen auf die komplexen Finanzprodukte die Kapitalbasis der Banken zu erschüttern. Am stärksten gefährdet ist demnach Bear Stearns, wo die Experten den Verlust von einem Viertel des Kapitals für möglich halten.

Zählt man bei der Citigroup die Risiken für Investitionsvehikel außerhalb der Bilanz (SIVs) noch dazu, könne sich der Abschreibungsbedarf sogar auf mehr als 21 Mrd. Dollar erhöhen, schreiben David Hendler und seine Kollegen von Creditsights. Citi ist mit einem Volumen von 80 Mrd. Dollar der größte Betreiber dieser banknahen Zweckgesellschaften. Obwohl JP Morgan und Bank of Amerika keine SIVs betreiben, drohten auch den beiden anderen Großbanken Abschreibungen von vier bzw. gut fünf Mrd. Dollar.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Auch außerhalb der USA ist die Krise noch lange nicht ausgestanden

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