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27.08.2008 
Spekulationen über Teilkauf

Deka will WestLB nicht als Ganzes schlucken

Die Dekabank steht nach den Worten ihres Vorstandschefs nicht für eine rettende Übernahme der angeschlagenen WestLB zur Verfügung. Es wäre nicht sinnvoll, die beiden Institute einfach eins zu eins zusammenzulegen, sagte Franz Waas vor Journalisten in Frankfurt.

HB FRANKFURT. Ein Kauf der WestLB, wie sie heute dastehe, würde den Fondsdienstleister der Sparkassen um mehrere Jahre zurückwerfen. Gleiches gelte auch für ein Zusammengehen der Dekabank mit der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba). "Wir müssen aber immer wieder über neue Strukturen in der Organisation nachdenken", signalisierte Waas grundsätzliche Bereitschaft zu einer Neuordnung im Sektor. In der Sparkassen-Gruppe wird derzeit nach einer Lösung für die WestLB gesucht, die sich am US-Hypothekenmarkt verzockt hatte und mit Garantien über fünf Milliarden Euro von ihren Eigentümern, dem Land und den Sparkassen in Nordrhein-Westfalen, gestützt werden musste.

Die EU-Kommission verlangt einen neuen Mehrheitseigner und ein zukunftsträchtiges Geschäftsmodell für die Landesbank. In Finanzkreisen hieß es, Sparkassen-Präsident Heinrich Haasis wolle die WestLB in eine neu entstehende Bank aus Helaba und DekaBank einbringen und arbeite mit Hochdruck an diesem Plan. Haasis ist Verwaltungsratschef der DekaBank, die je zur Hälfte den rund 450 deutschen Sparkassen und den Landesbanken gehört.

In mit dem Vorgang vertrauten Kreisen hieß es, erwogen werde auch, nur Teile der WestLB in ein neues Institut zu integrieren. Es gehe nicht um eine Übernahme der ganzen Bank. Sie könne auch zerschlagen werden. Vor diesem Hintergrund seien auch die Äußerungen des Deka-Chefs zu sehen.

"Es wird derzeit in der Sparkassen-Gruppe viel diskutiert um die WestLB. Die gesamte Organisation trägt Verantwortung, nicht nur die DekaBank", sagte Waas. Er müsse ein Zusammengehen mit einer Landesbank aus wirtschaftlichen Gesichtspunkten prüfen und könne nicht von den Deka-Eigentümern gezwungen werden. "Wenn die WestLB aber eine dringende Lösung braucht, dann findet die Gruppe auch eine", sagte er. 2007 hatten sich alle Landesbanken an der Rettung der SachsenLB beteiligt, als diese vor der Pleite stand. Schließlich wurde die sächsische Landesbank von der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) übernommen.

Die weltweite Finanzkrise machte der DekaBank im zweiten Quartal weniger zu schaffen als zu Jahresbeginn. Das Institut machte den Verlust aus dem ersten Quartal mehr als wett und wies für das erste Halbjahr ein wirtschaftliches Ergebnis von 122 Millionen Euro aus. Das ist ein Rückgang um knapp zwei Drittel im Vergleich zum ersten Halbjahr 2007, das von der Finanzkrise noch unbelastet war. Beim Zinsüberschuss legte die Bank deutlich zu, das Provisionsergebnis ging leicht zurück. Waas zeigte sich zuversichtlich, trotz anhaltender Marktturbulenzen 2008 das Vorjahresergebnis von 514 Millionen Euro wieder zu erreichen.

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