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06.06.2007 
Auf Wachstumskurs

Dekabank trumpft auf

von Robert Landgraf und Anke Rezmer

Die Dekabank befindet nach der kostspieligen Sanierung ihrer Immobilienfonds wieder auf Wachstumskurs. Die Verkaufszahlen seien in den Monaten April und Mai überplanmäßig gestiegen, sagte Vorstandschefs Franz Waas. Die Sparkassentochter will sich erstmal auf das Inland konzentrieren.

Angesichts der Geschäftschancen muss das Ausland für Vorstandschef Franz Waas „hinten anstehen“. Lupe

Angesichts der Geschäftschancen muss das Ausland für Vorstandschef Franz Waas „hinten anstehen“.

FRANKFURT. Mit einem Bruttoabsatz von Fonds über 15 Mrd. Euro im ersten Quartal liegt die Dekabank nach den Worten ihres Vorstandschefs Franz Waas „über Plan“. Unter dem Strich kauften Anleger Fonds für rund fünf Mrd. Euro. Wie Waas vor dem Internationalen Club der Wirtschaftsjournalisten in Frankfurt sagte, stiegen die Verkaufszahlen in den Monaten April und Mai ebenfalls überplanmäßig.

Das liegt an der besseren Zusammenarbeit mit den Sparkassen. Angesichts einer Verbundquote, die in den vergangenen zwölf Monaten von 80 auf 86 Prozent gestiegen ist, nehmen die Sparkassen inzwischen wieder mehr Fonds von der Dekabank ab. Auch unabhängige Fondsexperten bescheinigen der Dekabank Fortschritte. Ein Blick auf die Fonds-Ratings zeigt, dass Investmentchef Thomas Neiße, der das Deka-Fondsgeschäft leitet, den „Anfang geschafft hat“, sagt Christian Michel, Analyst beim Fondsratinghaus Feri Rating & Research.

In den vergangenen zwölf Monaten verdoppelte sich der Anteil der Deka-Fonds, die Feri überdurchschnittlich gut bewertet, auf immerhin 23,5 Prozent. Unter den klassischen Fondsgruppen schneiden die Rentenfonds besser ab als die Aktienfonds. „Ein Aufwärtstrend ist bei der Deka klar zu erkennen, es bleibt aber noch einiges zu tun“, resümiert Michel. Beim stärksten Konkurrenten, der Deutsche-Bank-Tochter DWS, bekommt mehr als die Hälfte der Fonds ein gutes oder sehr gutes Rating. Morningstar zeichnete die Deka im März sogar als beste große Fondsgesellschaft über den Zeitraum eines Jahres aus.

Damit sei die Sanierung endgültig abgeschlossen, heißt es im Sparkassenlager. Die Dekabank war unter dem früheren Vorstandschef Axel Weber 2004 in die Krise geraten. Auslöser waren Abflüsse in Milliardenhöhe aus offenen Immobilienfonds. Insgesamt kostete die Sanierung der Fonds der Dekabank unter dem Strich 750 Mill. Euro. Ursprünglich war sogar von 1,1 Mrd. Euro ausgegangen worden. „Wir liegen zurzeit mit unserem für 2007 angepeilten wirtschaftlichen Ergebnis von 512 Mill. Euro voll im Plan, und das Ziel für 2008 mit 650 Mill. Euro ist damit auch in deutliche Schlagnähe gerückt“, sagte Waas. Dabei baut der Vorstandschef vor allem auf das Inland. Hier sei es möglich, zusätzlich rund 50 Mrd. Euro an Anlegergeld zu gewinnen. Zum Vergleich: Derzeit steht Allianz Global Investors beim verwalteteten Fondsvermögen einschließlich offene Immobilienfonds mit knapp 288 Mrd. Euro an der Spitze, gefolgt von der DWS mit gut 222 Mrd. Euro. Auf Platz drei steht die Dekabank mit rund 196 Mrd. Euro.


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Angesichts der Geschäftschancen muss das Ausland für Waas „hinten anstehen“. Trotzdem hat die Bank in Wien im Mai eine Filiale eröffnet und will dadurch auch in Mittel- und Osteuropa Fuß fassen. Waas erwartet stärkere Konkurrenz durch die Landesbanken, weil angesichts des schrumpfenden Abstands zwischen kurz- und langfristigen Anleihezinsen mit der Kreditvergabe weniger Geld zu verdienen sei. Die Landesbanken dürften als Fondsmanager deswegen stärker versuchen, im Geschäft der Dekabank zu wildern. Doch Waas sieht Vorteile für sei Haus, da er damit rechnet, dass in den nächsten drei Jahren in bis zu 60 Prozent der Fonds Derivate einfließen werden.

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