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06.09.2008 
Übernahme von ABN Amro

Der Fluch des Megadeals

von Michael Maisch und Anne Grüttner

Nach der Übernahme von ABN Amro gibt es viele Verlierer und nur einen Sieger: Santander. Dagegen musste der Chef des Benelux-Finanzkonzerns Fortis bereits gehen, und auch der Chef der Royal Bank of Scotland muss um seinen Job kämpfen.

Hat Grund zur Freude: Emilio Botin von Santander. Foto: dpaLupe

Hat Grund zur Freude: Emilio Botin von Santander. Foto: dpa

MADRID/LONDON. In Zeiten der Finanzkrise haben Rekordleistungen eine kurze Halbwertszeit. Vor etwa einem Jahr steuerte der größte Übernahmekampf der Finanzgeschichte auf seinen Höhepunkt zu. Zwölf Monate später freut sich nur noch einer der Beteiligten über die 72 Mrd. Euro teure Übernahme der niederländischen Traditionsbank ABN Amro: Emilio Botin, der Chef der spanischen Großbank Santander. Sein Kollege Fred Goodwin von der Royal Bank of Scotland (RBS) muss dagegen um seinen Job kämpfen. Jean-Paul Votron hat das bereits hinter sich; im Juni musste der Chef des Benelux-Finanzkonzerns Fortis gehen.

Dabei galt der Husarenstreich des Konsortiums einmal als größter Coup der Finanzgeschichte. Unter Führung der RBS hatten sich die drei zusammengetan, um die fest vereinbarte Fusion von ABN mit der britischen Bank Barclays auszuhebeln und das niederländische Geldhaus unter sich aufzuteilen. Doch als sie nach langem Ringen die teuerste Bankenübernahme aller Zeiten unter Dach und Fach gebracht hatten, erschütterten die ersten Beben der Kreditkrise die Finanzwelt.

Für einen der Partner lief trotzdem fast alles perfekt: Die Übernahme von ABN war noch nicht abgeschlossen, da hatte Santander bereits einen Käufer für einen Teil seiner Beute gefunden, Antonveneta. Der Verkauf der italienischen Bank bescherte den Spaniern so hohe Einnahmen, dass Santander die zur Finanzierung des ABN-Deals geplante Kapitalerhöhung ausfallen lassen konnte. War Antonveneta bei der ABN-Übernahme noch mit 6,6 Mrd. Euro bewertet worden, zahlte die Banca Monte dei Paschi di Siena am Ende neun Mrd. Euro in bar - fast die Hälfte dessen, was Santander insgesamt für den Rekord-Deal aufbringen musste.

Santander-Chef Botin behielt nur den Teil von ABN, den er wirklich wollte, die brasilianische Banco Real. "Die Übernahme war für Santander ein Erfolg, mit Banco Real haben sie einen Konzernteil für einen vernünftigen Preis übernommen, der stark wächst und hohe Synergien bringt", sagt Analyst Diego Barron von Fortis in Madrid.

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