Die Aktionäre der Deutschen Bank
haben der vom Vorstand vorgelegten Kapitalerhöhung in Milliardenhöhe mit großer Mehrheit zugestimmt. Der Forderung nach einer Trennung vom Investmentbanking erteilten sie auf der Hauptversammlung in Frankfurt dagegen eine klare Absage.
Ein Aktionär protestiert auf der Hauptversammlung gegen den Chef der Deutschen Bank, Josef Ackermann, während dieser zu den Anwesenden spricht. Foto: Reuters
HB FRANKFURT. Auf der Hauptversammlung des Instituts stimmten knapp 95 Prozent des anwesenden Kapitals am Donnerstagabend gegen die Anträge zweier kritischer Anteilseigner. Mit einer Mehrheit von mehr als 96 Prozent votierten sie auch gegen den ebenfalls geforderten Rückzug aus dem US-Geschäft.
Diese und auch andere ebenfalls gescheiterte Forderungen hatten der streitbare Professor Ekkehard Wenger und sein ebenfalls in Würzburg lehrender Kollege Leonhard Knoll gestellt. Sie begründeten ihre Anträge unter anderem mit hohen Boni für die Investmentbanker und unkalkulierbaren Risiken im US-Geschäft. Bankchef Josef Ackermann hatte zuvor trotz der Finanzkrise das Investmentbanking als Erfolgsstory bezeichnet. Dieses Geschäft mache rund 60 Prozent der Erträge und Gewinne der Deutschen Bank
aus und berge große Wachstumschancen. Auch das US-Geschäft stehe nicht zur Disposition. "Es wäre auch eine Schande für Deutschland, wenn die Deutsche Bank
nicht mehr in den USA vertreten wäre", betonte er.
Die Aktionäre verlängerten dem Vorstand zudem mit einer klaren Mehrheit die Erlaubnis für Kapitalerhöhungen in Milliardenhöhe, um bei Übernahmemöglichkeiten flexibel reagieren zu können. Ackermann hatte allerdings betont, das Institut plane derzeit keine solchen Maßnahmen. Vorstand und Aufsichtsrat wurden jeweils mit fast 99-prozentiger Zustimmung entlastet.
Bei der Aufsichtsratswahl wurde unter anderem der stellvertretende E.ON-Chef Johannes Teyssen neu in das Kontrollgremium gewählt. Er ersetzt Ex-Siemens
-Chef Heinrich von Pierer. Er war wegen der Siemens
-Schmiergeldaffäre in die Kritik geraten und hatte vor einer Woche seine Kandidatur zurückgezogen. Auch die übrigen zur Wahl stehenden Aufsichtsratsmitglieder erhielten die nötige Mehrheit. Auf der konstituierenden Sitzung des Gremiums sollte Clemens Börsig dann wieder zum Vorsitzenden gewählt werden.

