3 Bewertungen ****
10.09.2008 
DWS-Geschäft entwickelte sich nicht wie erwartet

Deutsche Bank engagiert sich in Russland

von Thomas Wiede und Hans G. Nagl

Die Deutsche Bank will ihr Geschäft in Russland ausweiten und steigt beim Vermögensverwalter UFG ein. Das erfuhr das Handelsblatt aus Finanzkreisen in Moskau. Mit der Beteiligung setzen die Frankfurter ihre Strategie fort, sich über kleinere Zukäufe in ausgewählten Wachstumsmärkten zu verstärken.

MOSKAU/FRANKFURT. UFG-Gründer Boris Fjodorow, in den neunziger Jahren russischer Finanzminister, kommt indes zum zweiten Mal mit der Deutschen Bank ins Geschäft. Vor zwei Jahren hatte diese bereits die ebenfalls von Fjodorow gegründete UFG Investmentbank vollständig übernommen.

Damals hatten sich die Deutschen nicht für die Vermögensverwaltung interessiert, weil sie ihre eigene Tochter DWS in Russland aufbauen wollten. Als sich deren Geschäft aber nicht wie erwartet entwickelte, fiel der Blick nun offenbar wieder auf UFG. Beide Häuser lehnten eine Stellungnahme ab.

Der Vermögensverwalter UFG ist in den vergangenen Jahren kräftig gewachsen und verwaltet rund zwei Mrd. Dollar Anlagevermögen. Hierzu gehören unter anderem Mittel russischer Pensionsfonds von Konzernen wie Norilsk Nickel oder der staatlichen Eisenbahn. Dieser Bereich ist in den vergangenen Jahren stark gewachsen, nachdem Russland eine kapitalgedeckte Altersversorgung eingeführt hat. Zum Vergleich: Die Deutsche Bank kam zuletzt auf insgesamt knapp 900 Mrd. Euro verwaltetes Vermögen.

Den Informationen zufolge steigen die Frankfurter zunächst mit 40 Prozent beim inländischen UFG-Geschäft ein. Dabei soll es aber nicht bleiben: Mittelfristig will das Institut sein Engagement, das sich derzeit im höheren zweistelligen Millionen-Bereich bewegt, weiter ausbauen. Vor einem Einstieg in das wachsende Privatkundengeschäft in Russland schreckt die Bank jedoch nach wie vor zurück.

Artikel bewerten:
  • 1 Stern
  • 2 Sterne
  • 3 Sterne
  • 4 Sterne
  • 5 Sterne
Anzeige

Weitere Beiträge aus dem Ressort

Anzeige

weiterImmobilien + Vorsorge

Vorsorgen statt konsumieren  Artikel in Merkliste

04.12.2008, 17:14 Uhr

Dies ist keine Zeit für Anschaffungen und Vergnügungen, glauben viele Deutsche. Das geht jedenfalls aus aktuellen Umfragen hervor. Hoch im Kurs steht hingegen die Vorsorge – für schlechte Zeiten und den Ruhestand. Artikel


Anzeige