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06.06.2006 
M&A-Geschäft nimmt zu

Deutsche Bank erwartet Übernahmen im Wert von 200 Milliarden

Die Deutsche Bank rechnet in den kommenden Monaten mit einem anhaltend guten Umfeld bei den Geschäften mit Mergers & Acquisitions (M&A).

HB FRANKFURT „Das Gesamtvolumen der M&A-Transaktionen in Deutschland dürfte im Jahr 2006 erstmals wieder seit 2001 knapp die Schwelle von 200 Mrd. Euro überschreiten“, sagte Berthold Fürst, Co-Head M&A Germany bei der Deutschen Bank. Wenn sich die äußeren Rahmenbedingungen nicht durch exogene Faktoren dramatisch verschlechterten, werde 2006 ein gutes Jahr. „Das Umfeld bleibt positiv für M&A und wir erwarten weiterhin einen kontinuierlichen Deal-Flow, auch für unser Haus“, so der Investmentbanker.

Bis Ende Mai betrug das Volumen der M&A-Transaktionen mit deutscher Beteiligung, also Transaktionen bei denen deutsche Unternehmen entweder Käufer oder Kaufobjekt waren, rund 150 Mrd. Euro. „Eine Hochrechnung des bislang erzielten Volumens auf das Gesamtjahr ist nicht möglich, da im ersten Quartal bereits sehr große Transaktionen wie Eon/Endesa, Bayer/Schering oder Linde/BOC in die Statistik eingeflossen sind“, machte Fürst deutlich. Es gebe in Deutschland auf Grund der Struktur des Unternehmenssektors statistisch zudem nur eine begrenzte Anzahl von möglichen Großtransaktionen in einem Jahr, die sich teilweise in den vergangenen Monaten bereits kumuliert hätten.

Dennoch erwartet der M&A-Banker in allen Sektoren ein weiterhin aktives Marktumfeld. „Dies wird getrieben durch Corporates und das Finanzkapital wie Private Equity“, erläuterte Fürst. Ihm zufolge werden dabei grenzüberschreitende Transaktionen wesentlicher Treiber sein, da der deutsche Markt häufig gerade in den Bereichen, in denen die großen Konzerne aktiv seien, bereits weitgehend konsolidiert sei. Zudem spiele sich das Erschließen neuer Märkte überwiegend außerhalb von Deutschland ab.

Mit Blick auf die einzelnen Branchen rechnet Fürst damit, dass in Europa die Versorger weiter im Fokus stehen werden. „In dieser Branche werden sich neben den bereits gesehenen Transaktionen neue Opportunitäten ergeben.“ Die Fortführung des externen Wachstums, Änderungen des regulatorischen Umfelds und die Sicherung der Primärenergieversorgung dürften wichtige Triebfedern sein.

Aber auch im Telekomsektor sind dem Investmentbanker zufolge die M&A- Aktivitäten keineswegs zum Erliegen gekommen. „Eine Fragestellung im europäischen Telekomsektor lautet, ob sich dieser in seiner Fragmentiertheit behaupten kann“, betonte Fürst. So gebe es in den USA zum Beispiel ein vergleichbares Versorgungsgebiet mit einer ähnlichen Anzahl an Nutzern, aber nur wenigen großen Telekomkonzernen.

Hinsichtlich Konsolidierungen auf globaler Ebene wird der Ferne Osten ein interessanter Markt bleiben. Einen sehr aktiven Part werden aus der Sicht von Fürst dabei chinesische Konzerne spielen: „Ich kann mir vorstellen, dass wir in den kommenden Monaten größere M&A-Transaktionen zwischen deutschen und asiatischen Unternehmen sehen werden“. China sei durch die Akkumulation westlicher Währungen in der Lage, in strategisch wichtigen Bereichen auch große Unternehmen zuzukaufen, um Märkte und Technologien zu erschließen. Dass ein chinesisches Unternehmen ein deutsches Unternehmen kaufe, sei daher nur eine Frage der Zeit, prognostizierte der M&A-Banker. „Eine solche Transaktion könnte durchaus auch schon in absehbarer Zeit zustande kommen“, ergänzte er.

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