Die Deutsche Bank baut Finanzkreisen zufolge ihre Präsenz in China aus und nimmt dort nun verstärkt das Kapitalmarktgeschäft ins Visier. Deutschlands größtes Geldhaus habe sich mit dem chinesischen Wertpapierhaus Shanxi Securities auf die Gründung eines Gemeinschaftsunternehmens geeinigt.
Eine Frau steigt am Rande der Hauptversammlung der Deutschen Bank vom Logo des Instituts. Das Kredithaus will sich verstärkt in China engagieren. Foto: ap
HB FRANKFURT/HONGKONG. Das sagte eine mit der Vereinbarung vertraute Person der Nachrichtenagentur Reuters am Freitag. Das in Peking angesiedelte Joint Venture solle unter anderem Börsengänge in China begleiten. Die Deutsche Bank halte daran ein Drittel und damit den nach chinesischem Recht maximal erlaubten Anteil. Die Genehmigung der Behörden stehe noch aus. Die Deutsche Bank lehnte einen Kommentar ab.
Die chinesische Regierung erlaubt erst seit Kurzem wieder größere Investitionen ausländischer Häuser in heimische Wertpapierfirmen. Seither haben zahlreiche Investmentbanken wie Credit Suisse die Möglichkeiten für einen Einstieg über lokale Partner genutzt. Die chinesischen Aktienmärkte sind zwar seit Jahresbeginn um die Hälfte eingebrochen, aber die Banken reizen vor allem die langfristigen Wachstumsaussichten. Zudem führt die Finanzkrise dazu, dass den Banken die Erträge an den Kapitalmärkten der USA und Europas wegbrechen. Sie setzt daher verstärkt auf Schwellenländer wie China oder Russland.
Die Deutsche Bank ist seit zwei Jahren auch am chinesischen Privatkundenmarkt aktiv. So stockte sie im März den Anteil an der Hua Xia Bank für 350 Mill. Euro auf knapp 14 Prozent auf. Das Frankfurter Institut darf zudem seit Jahresbeginn auch Bankleistungen in der lokalen Währung Yuan anbieten.



