Deutsche Bank: Geschäfte in mehr als 60 Ländern

Deutsche Bank
Sylvie Matherat will den Managern Regeln beibringen

Geschäfte in mehr als 60 Ländern

Das Institut wird nach seinem eingeleiteten Schrumpfkurs künftig noch in etwas mehr als 60 Ländern Geschäfte machen – und muss sich überall an Recht und Gesetz halten. –Meine Regel lautet: nimm die strengsten Regeln unserer wichtigsten Standorte – Frankfurt, New York, London, Singapur, Hongkong – und mache sie zum Maßstab für das Geschäft weltweit“, erklärt Matherat. Die Zahl der Mitarbeiter, die sich mit Regulierung, Compliance und Geldwäschebekämpfung beschäftigen, ist seit 2014 bereits um die Hälfte auf 2000 gewachsen. Bis Jahresende sollen laut Matherat weitere 200 dazukommen.

„Wir brauchen Mitarbeiter mit einem sehr spezifischen Wissen, Experten. Es ist ein sehr spezieller Markt. Die Gruppe an Kandidaten ist recht klein und teuer.“ Matherat hat intern sogenannte „Financial Intelligence Units“ aufgesetzt. Diese internen Detektive sollen verdächtige Geschäfte aufspüren, indem sie sich ganz speziell Namen und Transaktionen oder bestimmte Muster bei Transaktionen anschauen. „Wir müssen unter Nutzung aller verfügbarer interner und externer Daten in der Lage sein, bestimmte Zusammenhänge zu erkennen.“ Dazu brauche es allerdings eine gute Datenanalyse und sehr gute IT-Prozesse.

In der Vergangenheit gab es diese intensive Überprüfung von Neukunden, Bestandskunden und Mitarbeitern nicht, jedenfalls nicht systematisch. Das führte dazu, dass die Deutsche Bank heute weltweit im Visier von Ermittlungsbehörden steht. Die größte Bedrohung für das Institut ist der Streit um US-Hypothekengeschäfte. Dafür hat das amerikanische Justizministerium in der vergangenen Woche eine Strafe von 14 Milliarden Dollar aufgerufen, die die Rückstellungen um ein Vielfaches übersteigt. Der Konzern geht jedoch fest davon aus, die Summe in den nun anlaufenden Verhandlungen noch drücken zu können. Die Anwälte von Latham & Watkins sollen Finanzkreisen zufolge das Beste für die Bank herausholen. Matherat wollte sich zum Hypothekenfall nicht weiter äußern.

Die Deutsche Bank hat sich vorgenommen, ihre vier größten offenen Rechtsstreitigkeiten noch in diesem Jahr aus der Welt zu schaffen. Dazu zählen neben der Hypotheken-Affäre auch Geldwäsche-Vorwürfe in Russland, Verstöße gegen US-Sanktionen bei Iran-Geschäften sowie Ermittlungen wegen der Manipulation von Devisenkursen. Matherat nennt diese Fälle „unser Portfolio“. Ob es noch realistisch ist, es in diesem Jahr abzuarbeiten, lässt sie offen. Zu viele Behörden und Gerichte reden am Ende mit und treffen Entscheidungen, denen sich die Bank fügen muss. „Natürlich wären wir froh, wenn wir die großen Fälle schnell beilegen könnten. Aber das liegt nicht allein in unserer Hand.“

Seite 1:

Sylvie Matherat will den Managern Regeln beibringen

Seite 2:

Geschäfte in mehr als 60 Ländern

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%